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alpha-planet: Kernenergie Wie geht das? Ein Atomkraftwerk zurückbauen

Brennelemente werden in den Castor verladen. | Bild: BR/NDR/Jörg Teiwes

Dienstag, 09.03.2021
15:15 bis 15:45 Uhr

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2018

Der Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser im Landkreis Wesermarsch hat mit dem Abbau des im Jahr 2011 abgeschalteten Reaktors begonnen.

Nach Berechnungen des Betreibers PreussenElektra, müssen insgesamt 675.000 Tonnen Abbruchmaterial entsorgt werden, davon rund 482.000 Tonnen Beton, Kabel und Stahl aus dem konventionellen Teil. Die Gesamtmasse des nuklearen Kontrollbereichs mit dem Reaktorgebäude und dem Hilfsanlagengebäude beträgt 193.000 Tonnen.

Der Rückbau des Kernkraftwerkes erfolgt dabei von innen nach außen. Um die Strahlenbelastung für das Personal so weit wie möglich zu reduzieren, werden zunächst die höher radioaktiv belasteten Anlagenteile im Kontrollbereich abgebaut. Die Reaktorkomponenten werden unter Wasser zerkleinert. So wird die Strahlung abgeschirmt und ein Freisetzen von Staub in die Luft verhindert. Jedes einzelne Teil des Atomkraftwerks muss auf 80 Zentimeter zersägt und genauestens auf Strahlung untersucht werden. 98 Prozent der Bauteile sollen so in den natürlichen Wertstoffkreislauf überführt werden.

Da Bürgerinitiativen befürchten, dass radioaktiver Schutt auf benachbarten Deponien landet, wollen sie gegen den Rückbau klagen. PreussenElektra verspricht hingegen größtmögliche Transparenz und verweist auf Erfahrungen im Kraftwerksrückbau.

In 15 Jahren soll der Rückbau abgeschlossen sein und rund eine Milliarde Euro kosten. Die Reportage aus der Reihe "Wie geht das?" begleitet den Rückbaubeginn des einst leistungsstärksten Reaktors der Welt.

Redaktion: Gábor Toldy