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Habsburgs letzte Geheimnisse Habsburgs goldene Träume

Der Traum vom großen Geld begleitete die Habsburger quer durch ihre Geschichte. Lange träumten sie auch von Zauberei und Alchemie. Noch Maria Theresias Ehemann Franz Stephan glaubte an die chemische Herstellung von Gold. Im niederösterreichischen Kirchberg am Wagram fand sich im Boden vergraben ein altes alchemistisches Labor aus dem 16. Jahrhundert - der Beweis dafür, wie ernsthaft die Suche nach der Gold-Formel damals betrieben wurde. Das Labor scheint so weit intakt zu sein - was genau passiert, wenn es in dem Film erstmals wieder seinen Betrieb aufnimmt? | Bild: BR/ORF/Papke Film/Christian Papke

Samstag, 09.01.2021
21:00 bis 21:50 Uhr

ARD-alpha
2019
Folge 2 von 5

Ist Schloss Schönbrunn unter den Habsburgern das Zentrum magischer Experimente gewesen, die Österreich für immer verändert haben? In Schloss und Garten wurden wundersame Zeichen kodiert, die den Menschen verwandeln sollen, aber auch die Materie. Sind hier diabolische Kräfte am Werk, in der Residenz des Kaisers von Gottes Gnaden? Oder ist das alles nur Zufall: Hier ein Pentagramm, dort ein Oktogon, hier die Metamorphosen - die Allegorie der Verwandlung als Fresko - und am Ende Unmengen an Gold, wie die riesige Transmutationsmedaille im Kunsthistorischen Museum nahelegt? Hatte das gar den Segen der Kirche? Oder ist alles falscher Schein?

Verantwortlich für diese wundersamen Zeugnisse waren Kaiserin Maria Theresia und ihr Gemahl, der Freimaurer Franz Stephan I. von Lothringen. Ihm wird ein erstaunliches Finanztalent zugesprochen, Gerüchten zufolge leben die Habsburger noch heute vom Reichtum, den er schuf. Ließ Kaiserin Maria Theresia im Gartenhäuschen Gold machen? Gab es unter dem Pavillon im Tiergarten Schönbrunn eine geheime Goldküche? Oder wirkte hier das erstaunliche Finanztalent ihres Gatten, des Kaisers des Heiligen Römischen Reichs Franz Stephan I.?

Als das Christentum noch in den Kinderschuhen steckte, beschäftigten sich gnostische Häretiker mit allerlei Überlieferungen: Lässt sich Geist in Materie wandeln? Lässt sich Materie veredeln, Blei zu Gold? Die geheime Faszination an der Alchemie zog sich bis in die Neuzeit. Dann plötzlich wurde aus wilden Experimenten Wissenschaft. Bis heute profitiert Österreich von den Grundlagen, die die Alchemisten legten: In Pharmazie und Medizin, in der Metallgewinnung und -verarbeitung, bei Glas und Porzellan, bei Farben und Chemie und in Wissenschaft und Forschung - bis hin zur Kernphysik!

In "Habsburgs goldene Träume" geht Filmautor Christian Papke der wenig bekannten Beschäftigung der Habsburger mit Alchemie nach, die äußerst ernsthaft betrieben wurde und, wie wir heute wissen, nicht grundlos. Kaiser Rudolf II. errichtete in Prag ein Zentrum, deren Adepten weltweit bahnbrechend wirkten.

Was aber waren die Motive der Habsburger? Akuter Geldbedarf oder Investition in Forschung? Sind die großen Kaiser einfachen Scharlatanen auf den Leim gegangen oder haben sie in vollem Bewusstsein Wissenschaftsgeschichte geschrieben?

Redaktion: Gábor Toldy