ARD-alpha

Hauptsache Gesund | Der Gesundheitsratgeber

Medikamente bei Sodbrennen, Aufstoßen oder Magenbeschwerden sind nicht harmlos.  | Bild: Susann Prautsch/dpa

Nacht auf Donnerstag, 03.12.2020
03:40 bis 04:25 Uhr

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ARD-alpha
2020

Moderation: Carsten Lekutat

Refluxkrankheit
Chronischer Reflux, auch gastroösophageale Refluxkrankheit (kurz: GERD), gehört zu den häu-figsten Magenproblemen. Etwa 12 Millionen Deutsche leiden daran. Gemeint ist damit die soge-nannte Rückflusskrankheit. Die Ursache: Zu viel Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre. Ist das dauerhaft der Fall, kann sich die Schleimhaut der Speiseröhre oder am Schließmuskel des Magens entzünden, was sich oft als schmerzhaftes Brennen im Oberbauch bemerkbar macht. Ursachen sind häufig falsche Ernährung, zu viel Stress oder zu wenig Bewegung. Bleibt der Re-flux über lange Zeit unerkannt und unbehandelt, kann er sogar ernste Erkrankungen wie Speise-röhrenkrebs auslösen. Deshalb ist es bei länger anhaltenden Magen-beschwerden wichtig, der Ursache unbedingt auf den Grund zu gehen.

Stiller Reflux
Nicht immer äußert sich ein Reflux mit dem typischen Sodbrennen oder saurem Aufstoßen. Auch ständige Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Hustenreiz –besonders nachts oder mor-gens nach dem Aufstehen – können durch zu viel aufsteigende Magensäure verursacht werden. Bringt eine Magenspiegelung kein Ergebnis, dann muss weiter geforscht werden. Dazu wird zunächst der Rachen vom Hals-Nasen-Ohrenarzt untersucht. Zeigt sich eine auffällige Reizung am Kehlkopf oder den Stimmlippen, kann aufsteigende Magensäure daran schuld sein. Genau feststellen lässt sich das mit einer pH-Metrie, einer Säuremessung. Dazu wird eine Sonde tief in den Rachen geschoben. Sie misst über 24 Stunden, ob saure Gase aus dem Magen aufsteigen. Außerdem müssen Patienten ein Ernährungstagebuch führen. Mit diesen Ergebnissen kann eine gezielte Behandlung erfolgen. Heilt die Entzündung im Hals ab, verschwinden auch die Symp-tome meist wieder.

Tipps gegen Sodbrennen
Den Magen nicht überfordern. Lieber mehrere kleine Mahlzeiten essen, als wenige große. Das hilft dem Magen bei seiner Arbeit.
Auf Säurebildner verzichten. Gemeint sind damit Lebensmittel, die die Bildung der Magensäure besonders stark anregen. Zu ihnen gehören vor allem Süßigkeiten und zuckerhaltige Lebensmit-tel, aber auch säurereiches Obst wie Ananas, Grapefruit und Orangen oder auch Gemüse wie Tomaten, Paprika und Kohl. Fettreiche Wurst und Fleisch sollte man ebenso meiden wie scharfe Gewürze.

Eiweißreich essen. Studien konnten belegen, dass Eiweiß die Produktion des Hormons Gastrin fördert. Es unterstützt die Funktion des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre. Wasser ohne Kohlensäure trinken. Auch Kohlensäure regt die Säureproduktion im Magen an. Stilles Wasser ist deshalb besser geeignet. Noch besser: entspannende Kräutertees mit Pfefferminze.

Einen Verdauungsspaziergang nach dem Essen machen. Die Bewegung unterstützt die Verdauung, der Mageninhalt gelangt schneller in den Darm. Außerdem wird der Stresspegel gesenkt. Beim Schlafen erhöht liegen. Ist der Oberkörper beim Schlafen leicht erhöht gelagert, wirkt das dem Reflux entgegen.

Redaktion: Gábor Toldy