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alpha-thema: Augenmedizin Die Augen-Docs (1/2) Geschichten aus der Tübinger Uniklinik

Anna Garbe wird an der Spaltlampe untersucht. | Bild: BR/SWR/Lothar Zimmermann

Montag, 18.11.2019
20:15 bis 21:00 Uhr

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2013

In der Tübinger Uni-Augen-Klinik sind allmorgendlich die Gänge überfüllt mit Patienten: Ob Entzündungen, Schielen oder schwere Verletzungen des Auges - die verschiedensten Augenkrankheiten werden hier therapiert. So wird beispielsweise einem Patienten, der sich mit einem Schraubenzieher schwer verletzt hat, eine künstliche Iris eingesetzt.

Und wie kann man einen Eisensplitter aus dem Auge entfernen? Mit einem Magneten, der in das Auge durch eine Öffnung eingeführt wird. Wer als Augenarzt operieren will, braucht nicht nur gute Nerven, sondern viel Feingefühl, Geschick und ein gutes Stereosehen.

Die Tübinger Augenklinik gilt als eine der renommiertesten Kliniken für Augenkrankheiten in Deutschland. Patienten aus der ganzen Bundesrepublik werden hier behandelt. Modernste Technik erlaubt präzise Diagnosen. Chefarzt Prof. Bartz-Schmidt ist leidenschaftlicher Ophthalmologe.

Wenn er über das Auge spricht, kommt er geradezu ins Schwärmen: "Das Sehen hat so viele Funktionen. Wir haben die zentrale Sehschärfe, wir haben das periphere Gesichtsfeld, wir haben das Farbensehen, wir haben räumliches Sehen, wir können uns an Helligkeit anpassen, in der Dunkelheit auch noch sehen. Das ist einfach unheimlich faszinierend und das ist mehr als ein Fotoapparat leistet."
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Folge 1
"Ich habe gar nichts bemerkt", sagt Carmen Bleile aus Reutlingen. Doch die selbständige Taschendesignerin droht zu erblinden, wenn ihr Augendruck nicht schnellstens gesenkt wird. In ihrem Gesichtsfeld erkennen die Tübinger Ärzte Ausfälle. Sie zeigen: Der Sehnerv ist bereits unwiderruflich zerstört. Carmen Bleile ist an einem Glaukom erkrankt, eine der häufigsten Ursachen für eine irreversible Erblindung in Deutschland. Beim Glaukom ist der Druck im Auge zu hoch und zerstört so die Sehzellen. Prof. Dr. Martin Spitzer aus der Augenklinik der Universität Tübingen versucht, den Druck auf beiden Augen durch eine Operation zu senken und den Verfall der Sehkraft zu stoppen.

Die hübsche Anna ist gerade 27 Jahre alt. Sie ist lebenslustig, studiert Psychologie in München und droht zu erblinden. Ohne Blindenstock kann sie nicht mehr aus dem Haus. Anna hat seit ihrem fünften Lebensjahr Entzündungen der Iris und Aderhaut im Auge. Keiner weiß, woher bei ihr die Krankheit Uveitis kommt. Bisher haben alle Therapien den Verfall der Sehkraft nur verzögern, aber nicht aufhalten können. Mit viel Lebensmut kämpft sie um den letzten Rest ihres Sehens. Der Chef der Tübinger Augenklinik Prof. Dr. Karl Ulrich Bartz-Schmidt kennt Anna Garbe bereits seit über zehn Jahren. Ein neuer Versuch: Mit einer speziellen Antikörpertherapie, die als Infusion gegeben wird, sollen die Entzündungsschübe verhindert werden.

Michael Labusch trägt keine Schutzbrille, als er mit einer Kreissäge eine Palette sägt. Plötzlich spürt er einen Schmerz im Auge, etwas ist ihm sprichwörtlich ins Auge gegangen. Doch der Fremdkörper ist nicht leicht zu entfernen, denn er sitzt nicht auf dem Auge, sondern steckt in den Sehzellen fest, in der Netzhaut, ganz in der Nähe des Zentrums des schärfsten Sehens. Eine Herausforderung für Prof. Bartz-Schmidt, den metallischen Fremdkörper mit einem Magneten zu entfernen. Wenn etwas schief geht, droht das Auge zu erblinden.

Redaktion: Gábor Toldy