ARD-alpha

Holocaust Die Geschichte der Familie Weiss 1935 - 1940

Berlin 1938: Der deutsche Staatsbürger Dr. Weiss (Fritz Weaver, 2. von rechts) wird nach Polen deportiert. Noch erkennen er und seine Frau (Rosemary Harris, rechts) den Befehl der Nazis nicht in seiner ganzen Tragweite. | Bild: BR/WDR

Samstag, 12.10.2019
20:15 bis 22:30 Uhr

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ARD-alpha
USA 1978
Folge 1 von 4

Teil 1: 1935-1940
Im Berlin des Jahres 1935 feiern Karl Weiss und Inga Helms Hochzeit. Nach den Nürnberger Gesetzen, die wenig später erlassen werden, gilt ihre Ehe als "Rassenschande", denn Karl Weiss ist Jude. Trotz der Repressalien, der die so genannte "Mischehe" ausgesetzt ist, kann sich die Familie Weiss nicht dazu entschließen, Nazi-Deutschland zu verlassen. Trotz der Barbarei, die immer mehr Gestalt annimmt, empfindet man sich als deutsche Staatsbürger und macht sich keine Vorstellung vom zukünftigen Schrecken.

Der junge arbeitslose Jurist Erik Dorf tritt als persönlicher Referent in die Dienste von Reinhard Heydrich, der die ersten Terrormaßnahmen gegen Juden einleitet.
Nach der Pogromnacht spitzen sich die Ereignisse zu: Karl Weiss wird verhaftet und kommt in das KZ Buchenwald. Sein Vater, der Arzt Dr. Josef Weiss, wird nach Polen deportiert. Seine Tochter Anna wird nach dem Schock einer Vergewaltigung Opfer des Euthanasie-Programms. Die Eltern von Frau Weiss nehmen sich das Leben. Der junge Rudi Weiss kann in die Tschechoslowakei fliehen.

1979 bewirkte die vierteilige amerikanische Serie "Holocaust" einen vergleichbaren Gefühls-Zusammenstoß des westdeutschen Fernsehpublikums mit seiner eigenen Vergangenheit. Die Zuschauer reagierten vehement und voller Erschütterung auf das Schicksal der Familie Weiss und straften alle jene Vorab-Kritiker Lügen, die die Serie als abgefeimten Hollywood-Kitsch ablehnten und die die Zuschauer partout vor dieser Massenware bewahren wollten. "Holocaust" - so die These der Publizistin und Filmregisseurin Jutta Brückner - wurde zum Ereignis, weil es die Tabuzone um die Konzentrationslager gebrochen hat. "Die Serie bediente sich der bekannten Muster der Identifikationsdramaturgie in einer vertrauten filmischen Formsprache - und sie zeigte den Gang in die Gaskammer. Damit erreichte "Holocaust", dass die Juden endlich zu Menschen wurden, über deren Schicksal die deutschen Zuschauer mit großer historischer Verspätung weinten." Die Serie war wie ein riesiger Dammbruch, der eine Flut von Büchern, Filmen, Erinnerungen und Selbstzeugnissen auslöste.

Besetzung

Rolle: Darsteller:
Dr. Josef Weiss Fritz Weaver
Berta Palitz-Weiss Rosemary Harris
Rudi Weiss Joseph Bottoms
Anna Weiss Blanche Baker
Moses Weiss Sam Wanamaker
Karl Weiss James Woods
Inga Helms-Weiss Meryl Streep
Herr Helms Werner Kreindl
Frau Helms Nina Sandt
Hans Helms Michael Beck
Heinrich Palitz Marius Goring
Frau Palitz Nora Minor
Erik Dorf Michael Moriarty
Martha Dorf Deborah Norton
Kurt Dorf Robert Stephens
Reinhard Heydrich David Warner
Heinrich Himmler Ian Holm
Hans Frank John Bailey
Adolf Eichmann Tom Bell
Rudolf Höß David Daker
Heinz Müller Anthony Haygarth
Ernst Kaltenbrunner Hans Meyer

Autor: Gerald Green
Regie: Marvin J. Chomsky
Redaktion: Walter Greifenstein

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