ARD-alpha

Mauerjahre - Leben im geteilten Berlin Die Jahre 1973, 1974, 1975

Freitag, 07.12.2018
20:15 bis 21:00 Uhr

  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

ARD-alpha
2011
Folge 5 von 10

Der 13. August 1961 ist ein Tag, der das Leben der Berliner veränderte und der nicht nur in den Geschichtsbüchern, sondern auch im Gedächtnis vieler Menschen ein Einschnitt geblieben ist. An diesem Tag wurde die Stadt geteilt: Westberlin wurde abgeriegelt und eingemauert, die Menschen im Osten der Stadt konnten nicht mehr in den Westen. Die Mauer steht für eine Teilung im doppelten Sinne: die der Stadt Berlin und die Deutschlands in zwei Staaten. Das Leben in Berlin wird 28 Jahre lang geprägt durch die Mauer. Die Lage in Berlin ist über Jahrzehnte nicht nur von nationalem, sondern von internationalem Interesse. Doch das Leben geht weiter in der geteilten Stadt – trotz Trennung, Kaltem Krieg und Konfrontation. Turbulent. Politisch. Bunt. Einfallsreich. Improvisiert. Mal Schauplatz der Weltpolitik und heftiger Auseinandersetzungen. Mal Biotop der Aussteiger und Andersdenkenden. Leben in Nischen voller Erfindungsreichtum. Keines der „Mauerjahre“ in Berlin gleicht dem anderen. 1961 der Schock der Teilung, 1968 die Revolte der Studenten, 1973 die Weltfestspiele und viele andere Ereignisse prägen das Leben in Berlin. Mauertote und Militäraufmärsche, Kennedy und Chruschtschow, David Bowie und Wolf Biermann - zahllose Ereignisse und Namen sind untrennbar mit dem geteilten Berlin verbunden. Die Lage ist Jahrzehnte lang nicht nur von nationalem, sondern auch von internationalem Interesse. Berlin ist Brennpunkt des Kalten Kriegs, Schauplatz der Weltpolitik und heftiger Auseinandersetzungen - aber auch Biotop der Aussteiger und Andersdenkenden, voller Leben in Nischen, voller Erfindungsreichtum. Im November 1989 „fällt“ die Mauer, weil die DDR-Bürger es friedlich erzwangen. Von all dem und dem „normalen Leben“ erzählen diese Dokumentarfilme.

1973 fanden in Ost-Berlin zum zweiten Mal die Weltfestspiele der Jugend statt und der Film "Die Legende von Paul und Paula" kam in die Kinos. Auf West-Berliner Straßen war für kurze Zeit ein "motorisierter Einkaufswagen", der "Shopper" zu sehen. Die Ostberliner Sängerin Angelika Mann erinnert sich an die Weltfestspiele, das "Woodstock des Ostens". Der Tankwart Peter Drömer berichtet von der ersten Ölkrise und ihren spürbaren Auswirkungen - von einer Zeit als Benzin "unverschämt teuer" war: es kostete 80 Pfennige.

1974 trat Bundeskanzler Willy Brandt wegen eines DDR-Spions zurück, die Bundesrepublik eröffnete eine diplomatische Vertretung in Ost-Berlin und beide deutsche Teams traten bei der Fußball-WM gegeneinander an. In West-Berlin wurde der neue Flughafen Tegel eingeweiht. Die Ostberliner Journalistin Regine Sylvester erkundet die Warenwelt in den Intershops und schwärmt von Westwaren. Hans-Otto Bräutigam erzählt von den ersten Wochen in der "Ständigen Vertretung der Bundesrepublik" in Ost-Berlin und der politischen wie menschlichen Dimension seiner diplomatische Tätigkeit dort.

1975 trafen in Helsinki DDR-Parteichef Honecker und Bundeskanzler Schmidt erstmals persönlich zusammen, der West-Berliner CDU-Politiker Peter Lorenz wurde von Terroristen entführt, der Senat verhängte für den Bezirk Kreuzberg ein Zuzugsverbot für Ausländer und der letzte Stadtbauernhof West-Berlins verschwand. Der West-Anwalt Reymar vom Wedel erinnert sich, wie er im Auftrag der Kirche Häftlinge in der DDR frei kaufte. Gabriele Yonan, berichtet von ihren Bemühungen, nach der Flucht ihr Kind in den Westen nachzuholen. Erst 13 Jahre später sieht sie ihren Sohn wieder.

Redaktion: Gábor Toldy