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Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome 1938 Synagogen - Monumente gegen das Vergessen

Der Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land. Auferstanden im Computer: Studenten der TU Darmstadt haben de zerstörte Synagoge in der Kölner Glockengasse rekonstruiert. Die Synagoge war ein Geschenk des jüdischen Bankiers Oppenheim an die jüdische Gemeinde Köln. | Bild: BR/WDR/Architectura Virtualis GmbH

Freitag, 09.11.2018
21:00 bis 21:45 Uhr

ARD-alpha
2013

Vor einhundert Jahren prägten Synagogen das Bild der großen deutschen Städte: jüdische Gotteshäuser im orientalischen, neoromanischen oder neogotischen Stil, gebaut zumeist von christlichen Stararchitekten. Sie waren Ausdruck des wachsenden Selbstbewusstseins der jüdischen Gemeinden, aber auch des toleranten Miteinanders zwischen Juden und Christen - nach mehr als 1.500 Jahren der Verfolgung und Diffamierung.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 ändert sich alles. Hitler setzt eine gigantische Maschinerie der Hetze und des Hasses gegen die jüdische Bevölkerung in Gang und findet Millionen von Erfüllungsgehilfen. In einer einzigen Nacht im Jahre 1938 werden mehr als 1.700 Synagogen zerstört, wird fast die gesamte jüdische Kultur in Deutschland vernichtet.

Der Architekturstudent Marc Grellert will sich damit nicht abfinden. Unterstützt von Professor Manfred Koob, Experte der virtuellen Konstruktion historischer Monumente, bauen Forscher und Studenten der TU Darmstadt zerstörte Großsynagogen im Rechner wieder auf.

Augenzeugen erinnern sich, wie "ihre" Synagoge ausgesehen hat. Der Film erzählt in eindrucksvollen Bildern und cineastischen Inszenierungen die Geschichte der Synagogen, aber auch der jüdischen Gemeinden in unserem Land - von den mittelalterlichen Pestpogromen bis zur Reichspogromnacht, dem Terrorakt nationalsozialistischer Willkür. Bewegende Augenzeugenberichte erinnern an diese Tage vor fast acht Jahrzehnten, die zu den dunkelsten in der Geschichte unseres Landes gehören.

Redaktion: Gábor Toldy