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alpha-thema: Vulkane - Wenn die Erde Feuer speit Der Vulkan, der die Welt veränderte Cholera, Hungersnot, Eiszeit - die Spuren einer globalen Naturkatastrophe

Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa | Bild: picture-alliance/dpa

Montag, 16.07.2018
20:15 bis 21:00 Uhr

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2017

Am 10. April 1815 bricht der Vulkan Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa in einer gigantischen Explosion aus. Die Eruptionssäule steigt auf über 40 Kilometer in die Höhe. Als Folge breitet sich ein riesiger Aerosol-Schleier in der Stratosphäre aus, der weltweit für nie dagewesene Klimaturbulenzen sorgt. Das Jahr 1816 geht in die Geschichte ein als das Jahr ohne Sommer. Besonders für die Landwirtschaft sind die Auswirkungen katastrophal. Weil Regen und Kälte auf der Nordhalbkugel dramatische Missernten verursachen, grassiert eine Hungersnot in weiten Teilen Europas. Hunderttausende verhungern oder fallen entkräftet Krankheiten zum Opfer. In der Hoffnung auf ein besseres Leben machen sich viele auf den Weg in die USA - die ersten großen Auswanderungswellen des 19. Jahrhunderts. Menschen, die es sich nicht leisten können auszuwandern, rebellieren gegen das System. In England führt die "corn bill", ein umstrittenes Gesetz, das Getreide stark besteuert, zu massiven Ausschreitungen in London und anderen Großstädten. Doch auch Jahrzehnte später sind die Auswirkungen des Ausbruchs noch spürbar. Ungewöhnliche Wetterturbulenzen in Indien bereiten einem gefährlichen Bakterium den Boden. Es ist der Beginn der ersten weltweiten Cholera Pandemie, die Millionen Opfer fordert.
Der Ausbruch des Tambora vor 200 Jahren war fast in Vergessenheit geraten. "Der Vulkan, der die Welt veränderte" untersucht die globalen Folgen dieser verheerenden Naturkatastrophe und begleitet Wissenschaftler, die entschlüsseln, wie dieser Vulkan Geschichte schrieb.

Redaktion: Gábor Toldy