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alpha-thema: Der Dreißigjährige Krieg Der Dreißigjährige Krieg (2/3) Von Bankiers, Wirten, Publizisten

Montag, 21.05.2018
21:00 bis 21:45 Uhr

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ARD-alpha
2010

Bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein, also für mehr als 250 Jahre, blieb der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) das große Trauma der Deutschen. Begonnen hatte er als Religionskrieg, ausweiten konnte er sich, weil zunehmend unterschiedliche und divergierende Interessen von seinen Auswirkungen berührt waren, nicht enden wollte er, weil den streitenden Parteien die Politikfähigkeit, die Kunst des Ausgleichs, abhanden gekommen war.

Ebenso wie die Ursachen und Denkmuster der Akteure ist der Verlauf des Krieges kompliziert und filmisch kaum nachzuzeichnen. Der aufwändig inszenierte Dreiteiler bietet ein Panorama dieser einschneidenden Epoche der deutschen Geschichte aus der Perspektive der Miterlebenden.

Drei Figuren stehen im Mittelpunkt jeder Folge. Ihre Schicksale sind typisch für das Zeitalter des "Großen Krieges" und dennoch einzigartig. Sie leben mit dem Krieg, was er an Schrecken und Ängsten, Not und existentielle Bedrohung auch mit sich bringt, sie leben aber auch vom Krieg, sei es als Akteure, Organisatoren, Profiteure oder Mittelsmänner - und -frauen, was vielleicht sogar einer überraschenden Entdeckung gleichkommt. Abenteuer und Tragik, Wagemut und Apathie wechseln einander ab - ein Auf und Ab der Emotionen. Wer sind diese Menschen in der Mitte Europas vor fast 400 Jahren? Was können sie erwarten, erhoffen, ersehnen von der Zeit in der sie hineingeboren wurden?

Da ist der Spekulant, Hans de Witte, der seine Chancen zu nutzen versteht, aus dem Unglück anderer seinen Vorteil zieht, ein genialer Organisator, der doch den eigenen Machenschaften selbst zum Opfer fällt. Aber auch der Gastwirt, Seneca Schreiber, der aufmerksam das Kriegsgeschehen verfolgt, an den bei ihm einkehrenden Soldaten gut verdient und doch dem Schicksal seiner Heimatstadt Augsburg nicht entfliehen kann. Und schließlich ist da noch ein Künstler, Matthäus Merian, der begreift, dass sich mit Nachrichten nicht nur Stimmung, sondern auch Geld, viel Geld machen lässt.

Drehbuch: Christian Lappe
Regie: Christian Lappe, Michael Appel
Redaktion: Christian Lappe