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alpha-expedition Der Highway 50 Backroads - Amerikas legendäre Straßen

Wildnis Nordamerikas: Death Valley | Bild: WDR/WDR/Discovery Channel

Donnerstag, 19.04.2018
20:15 bis 21:00 Uhr

ARD-alpha
2013

Wie wild war der Wilde Westen? Der Highway 50 erzählt die Geschichten von Goldsuchern und Glücksrittern, von Abenteuer und endloser Landschaft. Lange bevor Autos auf dem Highway 50 fuhren, gehörte mutigen Reitern diese Strecke. 1860/61 war der berühmte Pony Express die schnellste Postverbindung Nordamerikas.

An der Grenze von Utah nach Nevada führt die Straße durch eine gebirgige Hochwüste, die einst bei den Goldsuchern gefürchtet war. Ein Sprecher der Automobil Association konnte Ende der 80er Jahre hier so gar nichts Sehenswertes entdecken und nannte den Highway 50 daher "die einsamste Strasse Amerikas".

Verbunden mit der Warnung, sie nur zu befahren, wenn man sich in der Lage fühlt, allein in der Wildnis zu überleben. Katja Esson ist durch die grandiose Einöde gereist und hat die wenigen Orte entlang der Strecke besucht, ehemalige Bergbaustädte, in denen nur noch ein paar hundert Menschen leben. Sie bewahren die Ortschaften davor, Geisterstädte zu werden. Hollywood machte den Wilden Westen zum Mythos und drehte in Moab, der Stadt am Colorado River, den ersten Western in echter Kulisse.

Kaum ein Land ist so berühmt für seine Straßen wie die USA. Endlose Highways ziehen sich wie Lebensadern durch das Land. Wer es eilig hat, nutzt die modernen Autobahnen, die „Interstates“. Was aber gibt es zu entdecken, wenn man sich die Zeit nimmt und den alten legendären Straßen folgt? Regisseurin Katja Esson ist tausende Meilen gereist, um den Mythos der amerikanischen Landstraßen zu „erfahren“. Ob weltberühmt wie die Route 66 oder längst vergessen wie der Mohawk Trail - die legendären Strecken erzählen von der Geschichte und vom Leben der Menschen.

Noch heute umgibt sie ein Hauch von Abenteuer und Freiheit. Sie zeichnen den Weg der ersten Einwanderer von der Ostküste landeinwärts nach und folgen den Spuren der Siedler durch den Wilden Westen bis ins „gelobte Land" Kalifornien. Eine Reise durch atemberaubende Landschaften, vorbei an alten Diners, Postämtern und Tante-Emma-Läden, verlassenen Minenstädten, wo einst das Leben pulsierte und heute nur noch ein paar Häuser stehen, an schummrigen Spelunken, in denen schon morgens um sieben Uhr zu Cajun-Musik getanzt wird.

Einst wurden die Straßen entlang der alten Indianerpfade gebaut in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Heute zeugen sie vom industriellen Aufschwung und Niedergang, erzählen von Glücksrittern und Goldsuchern, aber auch von Sklaverei, Rassentrennung und Überlebenswillen: „The land shaped the music and the music shaped the land“, heißt es über den Blues Highway entlang des Mississippi.

In ihrer fünfteiligen Dokumentation zeichnet Katja Esson ein intimes und humorvolles Stimmungsbild der amerikanischen Provinz. Auf ihrer außergewöhnlichen Reise trifft sie ganz unterschiedliche Menschen, die voller Charme und mit großer Offenheit von ihrem Leben abseits der großen Städte erzählen: Farmer, Kellnerinnen, Aussteiger, Cowboys. Wie zum Beispiel Larry McPhearson: Der inzwischen 80-jährige gehört zu den gut 500 Reitern, die den Mythos des Pony Express' am Leben erhalten. McPhearson hat sich in Dayton, Nevada nahe einer ehemaligen Pferdewechsel-Station des Pony Express niedergelassen, um dafür zu sorgen, dass die einst schnellste Postverbindung des 19. Jahrhunderts niemals in Vergessenheit gerät.

Oder Geno Delafose aus Louisiana: Er ist Kreole und Cowboy aus Leidenschaft. Nur mit dem Lasso arbeitet er nicht gerne. Denn seine Finger braucht er, um am Wochenende in den Clubs Akkordeon zu spielen. „Work hard, play hard”, lautet sein Credo. Und für Rinker Buck, der im Planwagen den Oregon Trail bereist, steht fest: „Das ist der Geist Amerikas: Zieh los ins Abenteuer! Erst dann wirst du erkennen, wonach du suchst“.

Redaktion: Gábor Toldy