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selbstbestimmt! Das Magazin Leben mit Behinderung

Dennis Knoll sitzt seit seiner Geburt im Rollstuhl, hat gerade sein Abi in der Tasche und macht in der Kultserie des KiKa von ARD/ZDF "Schloss Einstein" erste schauspielerische Erfahrungen. Dennis alias Mike verliebt sich hier in Kim, einer Schülerin im Internat "Schloss Einstein". | Bild: BR/MDR

Samstag, 10.03.2018
09:30 bis 10:00 Uhr

ARD-alpha
2018

Artikel 3 des Grundgesetzes verkündet: "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." Doch wird diese abstrakte Norm tagtäglich umgesetzt - und wenn ja, wie? Die Sendung "selbstbestimmt!" geht dieser Frage nach, sei es in Arbeit und Beruf, in der Schule, an der Universität, beim Wohnen, beim Sport oder in der Kultur und Kunst. Selbstbestimmtes Leben, Selbstbestimmung über eigene Angelegenheiten im privaten und im gesellschaftlichen Bereich ist die berechtigte Grundforderung von Menschen mit Behinderung.

Audiodeskription
Das Leipziger Schauspielhaus ist das einzige Theater in Deutschland, das ein regelmäßiges und kontinuierlich erweitertes Angebot von Inszenierungen mit Audiodeskription anbietet. In jeder Spielzeit werden für 3 neue Produktionen Bildbeschreibungen erarbeitet. Zwei Teams von jeweils 3 AutorInnen beschäftigt das Haus extra dafür. 2015 wurde erstmals auch ein Kinderstück - "Der Zauberer der Smaragdenstadt" - mit Bildbeschreibung angeboten. Ein Erfolg, der seitdem blinde und sehbehinderte Kinder aus ganz Mitteldeutschland nach Leipzig zieht. "selbstbestimmt" hat dem Audiodeskriptionsteam der aktuellen Kindertheaterproduktion bei der Arbeit über die Schulter geschaut.

Blinder Märchenerzähler
„Ich war immer ein Suchender und in den Märchen habe ich die meisten Antworten auf meine Fragen gefunden.“, sagt Markus Virck. Der 61-jährige hat sich immer gerne mit Sprache beschäftigt, nach einem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Publizistik arbeitet er als Korrektor und Layoutsetzer. Doch mit 25 Jahren erkrankt er am Grünen Star und erblindet langsam. Als er gar nichts mehr sehen kann, werden die Märchen für ihn zu einer Art Zufluchtsort. „Ich werde dann selbst jemand, der einmal war, vor langer Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat.“ Seinen ursprünglichen Beruf kann er blind nicht mehr ausüben, aber er stellt fest: Zum Märchenerzählen bringt er auch als blinder Mann alles mit. Er kann erzählen, er kann singen und Gitarre spielen. Beste Voraussetzungen also, um das Märchenerzählen zu seinem neuen Beruf zu machen.

Fromme Nummer „PC im Märchen“
Was ist eigentlich politisch korrekt? Gerade beim Märchen tauchen da Fragen auf. Zum Beispiel Schneewittchen und die 7 Zwerge. Müsste das nicht kleinwüchsig heißen. Oder der kleine Muck - wäre da nicht angebrachter, junger Mann mit Migrationshintergrund zu schreiben?
Ein Fall für die „Fromme Nummer“ mit dem Comedy-Chefaufklärer Martin Fromme.

SonntagsFragen mit Hans Eckardt Wenzel
„Ich mag Halbheiten nicht. Ich mag nicht, wenn man sich verbiegt und Anderen zu Munde redet und etwas tut was nicht mit meiner Auffassung übereinsteht. Ich mag das Falsche und die Lüge nicht!“, sagt Hans Eckardt Wenzel. Als Liedermacher, Musiker und Autor erreicht er die Menschen, mit seiner ganz eigenen Poesie. Seinen Durchbruch erlebte er mit der Trilogie „ Letztes aus der Da Da eR“. Dort stand er, als weiß geschminkter Clown, gemeinsam mit Steffen Mensching auf der Bühne. Seit geraumer Zeit ist Wenzel als Solokünstler und mit Band unterwegs und diesmal zu Gast bei Jennifer Sonntag.

Redaktion: Gábor Toldy