ARD-alpha

Drachenmädchen

Freitag, 08.12.2017
21:00 bis 22:30 Uhr

  • Livestream in Mediathek verfügbar
  • Untertitel
  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

ARD-alpha

Die Kampfschule „Shaolin Tagou“ in der zentralchinesischen Provinz Henan ist die größte Shaolin-Schule des Landes. Rund tausend Kilometer von ihren Eltern entfernt kämpfen sich die 9-jährige Xin Chenxi und die 15-jährige Chen Xi in der Masse der anderen Mädchen und Jungen durch einen Alltag, der von Disziplin, Regeln und täglichem harten Training geprägt ist.

Doch Kung-Fu ist zugleich ihre Chance. Sie wissen, wofür sie so hart trainieren: Eines Tages wollen sie zu Chinas Kampfsport-Elite gehören. Je besser sie die Kampftechniken beherrschen, desto größer ist die Chance, aus ihrer meist ärmlichen Herkunft in ein besseres Leben zu wechseln. Die 17-jährige Huang Luolan dagegen konnte dem Drill an der Schule nicht standhalten. Sie ist zurück nach Shanghai geflüchtet.

Der Dokumentarfilm „Drachenmädchen“ beschreibt nicht nur die Faszination für Kung-Fu, eine Sportart, die durch ihre einzigartige Kombination aus Kraft, Ausdauer, visueller Schönheit und Perfektion weltweit begeistert, sondern geht einen bedeutsamen Schritt weiter.

Regisseur Inigo Westmeier hat mit „Drachenmädchen“ einen beeindruckenden Film über Chinas größte Kung-Fu-Schule mit spektakulären Bildern gedreht. Trotz schwieriger Drehbedingungen ist ihm zugleich ein intimer und berührender Einblick in das Leben dreier Schülerinnen gelungen: Sie sind hin- und hergerissen zwischen den hohen Anforderungen des Trainings und der Sehnsucht nach Geborgenheit – und nach ihren Familien.

Die Mädchen geben alles, um die besten Kung-Fu-Kämpferinnen ihres Landes zu werden, in Zukunft ein besseres Leben als ihre Eltern zu führen und diese später ernähren zu können. Im Vergleich zu Kindern in Deutschland führen die Mädchen an der Kung-Fu-Schule ein extrem hartes und leistungsorientiertes Leben. Aber tief in sich haben sie die gleichen Träume wie alle Kinder überall auf der Welt. Und die kann ihnen keiner nehmen.

„Der Film war Kung-Fu“, sagt Regisseur Inigo Westmeier, was wörtlich übersetzt „harte Arbeit“ bedeutet. Zehn Jahre dauerte es von der Idee bis zum fertigen Film, der Einblicke in eine sonst verschlossene Welt gewährt. Westmeiers Dokumentarfilm wurde 2013 in Toronto auf dem Filmfestival „Hot Docs – Canadian International Documentary Festival“ mit dem Hauptpreis als bester internationaler Dokumentarfilm ausgezeichnet („Best International Feature Documentary“). Zu den weiteren Auszeichnungen, die er erhielt, zählen der erste Preis der Kinderjury beim Kinderfilm Festival Chicago, der Hessische Filmpreis und der Deutsche Kamerapreis, jeweils für den besten Dokumentarfilm des Jahres 2013. „Drachenmädchen“ entstand als Koproduktion mit dem BR und ARTE.

Regie: Inigo Westmeier
Redaktion: Walter Greifenstein