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Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus Die Kinder von Indersdorf

Jüdische Kinder, Überlebende aus Konzentrationslagern | Bild: BR

Nacht auf Samstag, 28.01.2017
00:20 bis 00:50 Uhr

ARD-alpha
Deutschland 2015

Jedes Jahr treffen sich hier Menschen aus Israel, Polen, England und vielen anderen Ländern der Welt. Sie wollen den Ort wiedersehen, der für sie in ihrer Jugend eine Wende in ihrem Leben bedeutet hat: Das Kloster Indersdorf bei Dachau.
Im jahrhundertealten Gebäude wurde im Juli 1945 von der UNO mit US-Unterstützung ein Heim eingerichtet, das Kindern, die ohne Eltern aufgefunden wurden – jungen Überlebenden der Konzentrations- und Zwangsarbeitslager genauso wie Kindern von Zwangsarbeiterinnen – eine erste beschützende Umgebung bieten sollte Unter der Leitung der Sozialpädagogin Greta Fischer wurden hier, in einer Zeit, in der die deutsche Gesellschaft über das Geschehene schwieg, Therapien für die meist tief traumatisierten Kinder entwickelt.
Ob bei der gewaltsamen Trennung von den Eltern und Geschwistern oder beim Miterleben, wie die Liebsten im Ghetto, KZ oder bei der Zwangsarbeit umkamen: Diese Kinder hatten ihre Kindheit verloren. Wie Martin Hecht, dessen ältere Brüder auf dem Todesmarsch nach Flossenbürg erschossen wurden. Bis heute treibt es ihn um, warum er als Jüngster überlebte.
Mehrere hundert Kinder lebten hier zeitweise, bis sie in ihr Heimatland wie Polen oder Ungarn zurückkehren oder nach England, den USA oder Israel auswandern konnten, meist ohne Eltern und Geschwister und mit ungeahnten Herausforderungen. So wurde die 13jährige Ora Rotem mit einer Kindergruppe nach Israel geschickt – auf der berühmten „Exodus“, in ein Land, das noch kein Staat und im Aufbau war.
Der Film begleitet die ehemaligen Kinder, die sich heuer, 70 Jahre später, im Kloster Indersdorf wieder treffen, fragt nach ihrer Zeit im Kinderheim Indersdorf und ihrem späteren Lebensweg.

Autor: Andrea Roth
Regie: Andrea Roth
Redaktion: Sabine Rauh