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alpha-Thema: „Sommerzeit in Südtirol“ Auf der Villanderer Alm Bei Latschenbrennern und Hirten

Die Geisler Spitzen und der Peitler Kofel im Villnöstal, Südtirol. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: "Bild: BR". Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Mittwoch, 26.08.2015
21:00 bis 21:45 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
Deutschland 2013

Zu Beginn des Almsommers tragen die Leute aus dem Dorf Latzfons im Südtiroler Eisacktal ihren "Schwarzen Herrgott" hinauf zum Latzfonser Kreuz. Hansjörg Lunger ist hier Hüttenwirt und Messner. Er freut sich, dass der "Herrgott" wieder auf den Berg kommt. "Ohne ihn", sagt er, "ist es hier einsam und öde."
Das Latzfonser Kreuz liegt auf dem Gebiet der Villanderer Alm, ein weites Almgebiet, das vom Rittner Horn bis zum Königsanger hoch über Brixen reicht. Jetzt beginnt hier ein kurzer Sommer, das Vieh und seine Hirten sind wieder oben, auch die "Schaferhütt" ist wieder bewohnt. Der Baldauf Sepp, der hier oben das Vieh der Latzfonser Bauern hütet, darf zu seiner Verköstigung sechs Ziegen halten. Sie geben ihm nicht nur Milch, sondern auch täglich zu verstehen, wie das Wetter wird.
Die Villanderer Alm ist eines der größten Hochmoorgebiete der Alpen. Weite Flächen sind mit Latschenkiefern bewachsen. Die Hirten hacken die Latschen knapp über dem Boden ab, schichten sie hoch auf und zäunen damit ihre Weiden ein. Die Brüder Lorenz und Peter Baumgartner aber hacken sie, um daraus ein wertvolles Öl zu destillieren: das Latschenkiefer-Öl. Peter und seine Frau Marianne haben dafür eine eigene Hütte am Bach. Tagelang geht jetzt das Feuer in der alten Latschenbrennerei nicht mehr aus. Peter füllt die großen Dampfkessel mit gehäckselten Latschen, Marianne schürt und feuert und füllt das mühsam gewonnene, wertvolle ätherische Öl in kleine Fläschchen. Gebrannt wird wie eh und je, Kessel und Einrichtung sind alt, und das Öl hat seit vielen Jahren dieselben Abnehmer, auch jenseits der Villanderer Alm.

Autor: Josef Schwellensattl
Redaktion: Yvonne Belohlavek