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alpha-Thema: „Wege nach Italien“ Gasthäuser an der alten Brennerstraße

Das alte Gasthaus "Zur Post" in Atzwang im Eisacktal. | Bild: Honorarfrei lediglich für Ankündigungen und Veröffentlichungen im Zusammenhang mit obiger BR-Sendung bei Nennung: "Bild: BR". Nutzung im Social Media-Bereich, sowie inhaltlich andere Verwendungen nur nach vorheriger schriftlicher Vereinbarung mit dem BR-Bildarchiv, Tel. 089 / 5900 10580, Fax 089 / 5900 10585, Mail Pressestelle.foto@br.de

Donnerstag, 20.08.2015
21:00 bis 21:45 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
Deutschland 2013

Das Wirtshaus "Alte Post" in Atzwang an der alten Brennerstraße ist ein Bilderbuchgasthof. Groß, behäbig, mit Erker, Weintraubenpergola und einer Uhr im Giebel so groß wie eine Turmuhr. An dem Gasthof sind Ställe und Remisen angebaut. Die Postkutschenzeit wird hier beinah wieder lebendig, auch weil die Besitzer anschaulich von ihr zu erzählen wissen. Der saure Kalbskopf oder das Saftgulasch, das hier serviert wird, sind weitum ein Geheimtipp, und doch ist es sehr ruhig geworden um den alten Gasthof, denn der Verkehr über den Brenner fließt nicht mehr direkt vorbei, sondern über dem Gasthof auf der Autobahn.
Der Bau der Autobahn hat für die historischen Gasthäuser an der alten Brennerstraße einschneidende Folgen gehabt. Einige haben schließen müssen, andere halten sich trotz allem. Da gibt es zum Beispiel das Wirtshaus "Zum Brennerwolf". Das uralte Gasthaus musste der Autobahn weichen. Es steht jetzt von Bäumen umwachsen knapp darüber, und kaum einer nimmt es noch wahr. Der Vetterwirt am Brennerbad hält sich wegen der guten Küche über Wasser. Wo heute nur noch zwei Gasthäuser stehen, war vor dem ersten Weltkrieg noch ein ganzes Dorf. Und der Kaiser persönlich kam hierher in die Sommerfrische. Der Thalerwirt in Mittewald hat das Geschäft mit den Motorradfahrern entdeckt. Diese, so sagt er, ziehen die Landstraße der Autobahn vor und sind immer durstig. Der Kreuzwirt in Kollmann würde gerne verpachten, aber es melden sich nur Chinesen und ihnen will er sein Traditionsgasthaus nicht überlassen.

Autor: Josef Schwellensattl
Redaktion: Yvonne Belohlavek