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BR-KLASSIK: Haitink dirigiert Beethovens Missa solemnis

Bernhard Haitink dirigiert das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. | Bild: BR/Peter Meisel

Sonntag, 04.04.2021
21:45 bis 23:10 Uhr

  • Surround

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2014

Keinem Anderen widmete Ludwig van Beethoven so viele Werke, nicht weniger als 16 Stück, wie seinem Schüler Erzherzog Rudolph von Österreich. Anlässlich dessen Inthronisation als Erzbischof von Olmütz sollte Beethoven eine feierlich Messe komponieren. Rudolf hatte mehrmals auf diese neue Aufgabe verzichtet. Einerseits fühlte er sich für ein solches Amt noch zu jung. Andererseits aber wollte er angeblich den Unterricht beim verehrten Meister nicht aufgeben. 1820 aber war es soweit und Beethoven sollte liefern. Immer wieder erkundigte sich der Habsburger und künftige Kardinal nach dem Fortgang der Komposition. Beethoven führte Krankheiten und psychische Probleme als Gründe für die Verzögerung auf. Vielleicht spielte aber auch etwas gekränkter Stolz eine Rolle. Denn Rudolph setzte sich nicht für die Beförderung des Meisters zum Hofkapellmeister ein und erfüllte Beethoven dadurch seinen sehnlichsten Wunsch nicht. So kam es, dass die Missa Solemnis zum ersten Mal nicht bei einem feierlichen Gottesdienst im Wenzelsdom aufgeführt wurde, sondern 1824, vier Jahre nach der Inthronisation, in einem Konzertsaal in St. Petersburg. Durch ihre gewaltige Länge von ca. 90 Minuten war sie für den liturgischen Gebrauch auch nicht geeignet. Zudem zeigte sie deutlich Beethovens kritische Haltung gegenüber der katholischen Kirche. Auch deswegen ist die Missa Solemnis das Glaubensvermächtnis Beethovens und, wie er selbst äußerte, sein größtes Werk.
Das Symphonieorchester und der Chor des Bayerischen Rundfunks führten die Missa Solemnis am 26. September 2014 im Herkulessaal der Münchner Residenz auf. Unter der Leitung von Bernard Haitink singen Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Mark Padmore und Hanno Müller-Brachmann.

Redaktion: Beate Sampson
Dirigent: Bernard Haitink
Solist: Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Mark Padmore, Hanno Müller-Brachmann

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