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Themenwoche China „Konfuzius sagt...“ (4/4)

Sonntag, 07.02.2021
15:30 bis 16:00 Uhr

  • Video bereits in der Mediathek verfügbar

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Deutschland, China 2014

Während der Kulturrevolution wurde Konfuzius als „erzkonservativer, greisenhafter Starrkopf“ betrachtet und als „Verbrecher“ beschimpft. Jugendliche Randalierer schändeten sein Grabmal und stürmten die Tempelanlagen. Ganz anders ist die Situation heute: Die Regierung, allen voran Präsident Xi Jinping, preist ihn als Vorbild und versucht Schüler und Studenten auf die von ihm vermittelten Werte einzuschwören.

Die Meinungsfreiheit zählt dazu freilich nur sehr bedingt; denn auch Konfuzius bestand darauf, dass sich die Untertanen an die Vorgaben der Mächtigen zu halten hätten. In der vierten Folge der Reihe „Konfuzius sagt…“ befassen sich der Münchner Sinologieprofessor Thomas O. Höllmann und die aus China stammende Journalistin Sha Hua in erster Linie mit Fragestellungen aus dem Umfeld der Politik, und selbst bei diesem ersten Thema verlieren sie nicht ihren Humor.

Sie besuchen die Kaiserliche Akademie in Peking, in der einst die Herrscher ihre künftigen Beamten unterwiesen, und erleben ein pompöses Medienspektakel am Fuß des Bergs Taishan, in dem der Machtanspruch der Kommunistischen Partei auf die Lehre des Meisters und die Eroberungsfeldzüge des Ersten Kaisers zurückgeführt wird. Verwehrt blieb ihnen hingegen – zumindest vor laufender Kamera – der Zutritt zum „Platz des Himmlischen Friedens“ und zu einem Gerichtsgebäude, so dass das Gespräch über das Zusammenwirken von Partei und Justiz außerhalb der Absperrungen stattfinden musste.

Redaktion: Helge Freund