ARD-alpha

Nürnberg - Die Prozesse Albert Speer - Karriere ohne Gewissen

Albert Speer (Nathaniel Parker) im Kreuzverhör. | Bild: BBC/BR/Iana Blajeva

Nacht auf Sonntag, 22.11.2020
01:30 bis 02:30 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 2006

Albert Speer diente Adolf Hitler als Reichsminister für Bewaffnung und Munition und war auch sein Star-Architekt, plante er doch die neue Hauptstadt Germania in bis dahin unbekannten Dimensionen. Speer stammte aus einer großbürgerlichen Familie, war gebildet und wohlerzogen. Auftreten und Erscheinung widersprachen dem Bild vom Kriegsverbrecher. Speers Verteidigung unterschied sich maßgeblich von der der anderen Angeklagten. Er bekannte sich als Einziger zur Verantwortung für die Naziverbrechen. "Das ist purer Wahnsinn", sagte sein Anwalt zu ihm, "das wird Sie vermutlich Ihr Leben kosten." Doch es ist nicht auszuschließen, dass Speers Bekenntnis zur Mitschuld nur eine geschickte Verteidigungsstrategie war.

Der Film von Nigel Paterson beschreibt auf faszinierende Weise den zwiespältigen Charakter dieses Mannes, den viele Alliierten für einen "guten" Nazi hielten und der sich nach seiner Freilassung einen Namen als Bestsellerautor machte und sich gerne bei Podiumsdiskussionen als "Reichsminister a. D. Professor Speer" vorstellen ließ.

Das Filmteam des Doku-Dramas hat bei der Recherche und dem Verfassen der Texte viele Hundert Bücher und unzählige Dokumente aus deutschen, amerikanischen und englischen Archiven eingesehen. Die Dialoge sind aus Originalzitaten zusammengestellt, die historischen Quellen entnommen wurden. Und während der Recherche- und Produktionsphase wurden etwa 80 Experten und Augenzeugen befragt. Die Filmszenen entstanden im Mai und Juni 2006 in Bulgarien. Um ein Höchstmaß an Authentizität zu gewährleisten, wurde sogar der Nürnberger Gerichtssaal maßstabsgetreu nachgebaut. An manchen Drehtagen befanden sich mehr als 200 Schauspieler und Statisten in diesem Saal.

Regie: Nigel Paterson
Redaktion: Gábor Toldy