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MERYNS sprechzimmer Glücklich durch Sex - Medizin ohne Nebenwirkungen?

MERYNS sprechzimmer - Glücklich durch Sex - Medizin ohne Nebenwirkungen? | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 04.07.2020
17:00 bis 17:45 Uhr

ARD-alpha
2017

Unsere Sexualität begleitet uns ein Leben lang. Vom Kleinkind über die Pubertät bis ins hohe Alter. Der Umgang mit Sexualität ist ein ständiger Entwicklungsprozess, auf körperlicher wie psychischer Ebene. Sexualität ist individuell und intim und kann je nach Erfahrungshorizont positive wie negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben. Das ist die eine Seite. Die andere: Sexualität ist allgegenwärtig und öffentlich: Wir leben heute in einer sexualisierten Gesellschaft, die in ihrer Bilderflut vor allem den optimierten Körper in seiner Perfektion in den Mittelpunkt stellt. Und damit suggeriert: Ein attraktives Sexleben hat nur, wer selbst fit, jung und somit begehrenswert ist. Was uns zu einem Paradoxon unserer freizügigen Gesellschaft führt, denn für immer mehr Menschen wird die schönste Nebensache der Welt zum Problem. Und das vor allem mental: Frust statt Lust.

Dabei strotzt Sex nur so vor gesunden Nebenwirkungen: Schon Küssen stärkt unsere Immunabwehr, der Hormonspiegel wird reguliert, Testosteron- und Östrogenspiegel steigen an, das Herz-Kreislaufsystem wird trainiert, unsere Immunabwehr läuft auf Hochtouren, vermehrte Durchblutung strafft die Haut, Schmerzen werden gemildert, so viele Kalorien wie bei einer Joggingrunde verbrannt, das Bindungshormon Oxytocin sorgt für Entspannung und und und Es stellt sich also die Frage, ob Sex nicht in das Programm für gesunde Lebensführung und damit Lebenserwartung aufgenommen werden sollte. Doch die Sache ist komplex und so braucht jeder Mensch offenbar unterschiedliche Rahmenbedingungen für gesunden Sex.

Ob allein, in Beziehung oder wechselnden Partnerschaften. Ist Sex also immer gesund? Welche Rolle spielt ein positiver Zugang zum eigenen Körper? Erleben Männer und Frauen Sexualität unterschiedlich? Gibt es ein Patentrezept für gelingenden Sex? Wie verhalten sich Sexualität und Elternschaft? Wie erleben Menschen mit Behinderung oder chronischen Krankheiten Sexualität? Welchen Einfluss auf unser Sexualverhalten hat der jeweilige Zeitgeist einer Gesellschaft?

Diese und andere Fragen diskutieren in Meryns sprechzimmer Univ. Prof. Dr. Michaela Bayerle-Eder, Sexualforscherin, die u. a. über eine spannende Studie mit dem Kuschelhormon „Oxytocin“ berichten wird, Dr. Gerti Senger, Sexualtherapeutin & Beziehungsexpertin und Mag. Wolfgang Wilhelm, Sexualtherapeut, Leiter der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen, unter der Gesprächsleitung von Prof. Siegfried Meryn. 

Redaktion: Gábor Toldy