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Woodstock Drei Tage, die eine Generation prägten

Das Woodstock-Festival aus der Luft betrachtet. Obwohl von kommerziellen Interessen der Veranstalter, Bandmanager und vieler Musiker geleitet, verkörpert "Woodstock" bis heute den mystifizierten Mythos eines friedliebenden, künstlerischen und anderen Amerika, nicht des imperialistischen, das gleichzeitig in Vietnam Krieg führt. | Bild: BR/www.WoodstockWitness.com/Barry Z. Levine

Samstag, 28.12.2019
20:15 bis 21:50 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
Deutschland 2019

Das legendäre Woodstock-Festival ist der Höhepunkt der Hippiebewegung: Im Sommer 1969 kommen eine halbe Million junger Menschen auf einer Farm im Bundestaat New York zusammen, um drei Tage lang zu feiern und Musik zu hören. Batik-Klamotten, lange Haare, Haschischschwaden, freie Liebe und eine fröhliche Schlammschlacht, da sind die Bilder, die geblieben sind.

Doch die Organisatoren hatten in ihren chaotischen Vorbereitungen vollkommen unterschätzt, welche Ausmaße die Veranstaltung annehmen würde. Sie mussten entscheiden, die knappe Aufbauzeit für den Bau eines Zaunes um das Gelände oder den der Bühne zu verwenden. Also gab es keine Sicherheitsvorkehrungen, die hygienischen Umstände waren katastrophal, es kamen dreimal mehr Besucher als geplant und bald wurde das Essen knapp.

Doch dann geschah das Wunder: statt einer Katastrophe gab es drei Tage Frieden und Musik: die Besucher teilen und helfen sich gegenseitig, die – eigentlich hippiefeindlichen – Anwohner spenden Nahrungsmittel, der Geist der Liebe und Selbstlosigkeit siegt. Barak Goodman porträtieren das Woodstock-Festival aus der Perspektive des Publikums mit bislang unbekanntem Archivmaterial.

Das Bild, das man von Woodstock hat, ist geprägt von Michael Wadleighs knapp dreistündigen Konzertfilm „Woodstock“ von 1970. Der aber zeigt vor allem die Bands. Der Oscar-nominierte Dokumentarfilmregisseur Barak Goodman („Scottsboro: An American Tragedy“, 2001) war sich sicher, dass es noch weit mehr Rohmaterial geben musste, Aufnahmen, die vor allem das Publikum zeigen. Jahrelang überredete er den Rechteinhaber Warner, ihm mehr und mehr Einblicke in die alten Filmrollen zu gewähren – und schließlich erhielt er die Erlaubnis, einen ganz neuen Film aus den gut 100 Stunden Archivmaterial zu machen. Goodman spürte Organisatoren und Besucher des Festivals aus aller Welt auf und lässt diese in seinem Film 50 Jahre nach Woodstock zu Wort kommen. Auf der Bildebene bleibt er dabei konsequent im Sommer 1969 – der Geist und Zauber der Hippiezeit bleiben dadurch ungebrochen.
„Woodstock – Drei Tage die eine Generation prägten“ entstand als Koproduktion mit dem Bayerischen Rundfunk.

Regie: Barak Goodman
Redaktion: Walter Greifenstein