ARD-alpha

Striche ziehen.

Berliner Mauer | Bild: dpa-Bildfunk

Samstag, 30.11.2019
20:15 bis 21:45 Uhr

ARD-alpha
2016

"Striche ziehen" erzählt die Geschichte von fünf Punks aus Weimar, die nach Westberlin ausreisten und 1986 eine spektakuläre Mauerkunstaktion veranstalteten. Einer wurde dabei von DDR-Grenzern geschnappt und landete in Bautzen. Filmautor Gerd Kroske taucht ein in die spannende Vorgeschichte der fünf Protagonisten und die spielt in den 1980er-Jahren in der Punk- und Hippieszene in Weimar. Vergnügt, lärmend und wütend zugleich nehmen sie sich ihre Freiheit - und tragen die harten Konsequenzen. Der Film zeigt das Spannungsfeld zwischen Subkultur und Diktatur, erzählt von Freundschaft - und einem Verrat unter Brüdern, der bis heute nachwirkt. Eine Spurensuche und DDR-Archäologie pur!
Die Vorgeschichte spielt in der Weimarer Punkszene der 1980er Jahre, wo kleine anarchische Freiräume gegen den staatlichen Normalismus verteidigt wurden: "Macht aus dem Staat Gurkensalat!" Mehr als dreißig Jahre später zeigt sich: es gab eine undichte Stelle. Verrat steht im Raum. Die Folgen ziehen ihren perfiden Strich bis ins Heute. Zerwürfnisse, Ärger, Unverständnis. Nichts, was sich heute davon noch auflösen ließe. Freundschaften zerbrechen im Nachhinein. Es ist kein Strich unter die DDR zu ziehen. In Gerd Kroskes Film gibt es zwar eine Verständigung, doch keine, die sich in Wohlgefallen auflöst. Ein Film, der seine Auseinandersetzung offensiv führt und seinen Blick darauf als andauernden Balanceakt sieht. Ein Film, der von der Spannung zwischen Subkultur und Diktatur erzählt. Ex-DDR, Punkmusik, Mauer, Verrat, Knast und Ausreise in den Westen - Vergnügt, lärmend und wütend nehmen sich die Protagonisten Freiheiten heraus, die scheinbar undenkbar waren.

Autor: Gerd Kroske
Redaktion: Gábor Toldy