ARD-alpha

50 Jahre "Unter unserem Himmel" 50 Jahre Unter unserem Himmel Ein Almsommer im Ultental

Samstag, 14.09.2019
22:05 bis 22:50 Uhr

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ARD-alpha
Deutschland 2002

Jedes Jahr Ende Juli satteln die Oberhofer ihr Pferd mit dem Saumsattel, hängen Sensen, Rechen, Hausrat und anderes Gerät daran und ziehen von ihrem Hof im Tal hinauf auf die Alm, um die Wiese zu mähen, die eingezäunt und ummauert auf dem Almgelände liegt, das "Bergmaad".

Die Oberhofer sind zwei schneidige Männer, die Brüder Wascht und Luis, und ihre betagte Mutter, die Zilla. Die Oberhofer sind die einzigen, die noch eine Bergwiese mähen. Eine Wiese oben an der Baumgrenze, zu der kein Fahrweg führt, zudem voller Steine, und von der man das Heu im Winter auf Schlitten hinunter zum Hof ziehen muss.

Die anderen Bauern mähen solche Wiesen nicht mehr, weil es sich nicht "im entferntesten" lohnt, wie sie sagen. Auch die Oberhofer wissen, dass es sich nicht lohnt. Sie mähen ihre Wiese, weil man sie bisher noch jedes Jahr gemacht hat und weil sie der Meinung sind, dass etwas sinnvoll sein kann, auch wenn es sich nicht rentiert. Aber Luis, der Bauer sagt auch: "So oft wie sie gemäht wurde, wird sie nicht mehr gemäht werden."

In den drei Wochen, in denen wir bei ihnen auf der Alm waren, haben wir gesehen, wie man Sensen schärft und auf Knien eine Bergmaad mäht und mit einem trockenen Alpenrosenstrauch kehrt, wie man hören kann, ob die Knödel gar sind und wie man "Strauben" richtig bäckt. Wir haben Nebel, Regen und Sturm erlebt.

Und wir haben festgestellt, dass bei den Oberhofern zwischen den Geschichten von früher und dem Leben von heute kaum ein Unterschied ist.

Autor: Josef Schwellensattl
Redaktion: Corbinian Lippl