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alpha-thema: Handwerk Handwerker für Hessen: Dachdecker "Ein hessenreporter"

Der Dachdeckerlehrling Vasili Mousto. | Bild: BR/HR

Donnerstag, 12.09.2019
21:45 bis 22:15 Uhr

ARD-alpha
2019

Das Handwerk: teuer, unzuverlässig und ohne Nachwuchs? Das hr-fernsehen berichtet über Probleme im Bauhandwerk. Die Konjunktur am Bau brummt. Doch viele Unternehmen können nicht alle Aufträge abarbeiten. "Wir haben alle zu wenig Leute", sagt der Chef eines Sechzig-Mann-Unternehmens, "und auf jeder Baustelle geht etwas schief". Folge sind Verzögerungen und Ärger mit den Bauherren. Die sind ohnehin von hohen Preisen gebeutelt. "Es ist schwierig, einem Kunden zu erklären, dass wir Stundensätze brauchen, die über dem liegen, was er selbst verdient", sagt ein Handwerksmeister.

Bauen ist aufwändig: Material muss bestellt und geladen werden. Die Fahrt zur und von der Baustelle kann schon mal ein, zwei Stunden dauern. Vor Ort müssen sich Handwerker mit andern Gewerken koordinieren und unvorhergesehene Probleme lösen. Wenn die Leute pro Tag fünf Stunden wirklich handwerkern, ist das schon ein Erfolg. Reporter des Hessischen Rundfunks haben Handwerksunternehmen besucht, um festzustellen, wo es hakt. Sie sind bei der Dachdeckerei Falter im südhessischen Trebur, beim Gerüstbauer Schimmer in Weiterstadt bei Darmstadt und der Tischlerei Pfarr im nordhessischen Edermünde.

Alle klagen über Mangel an Nachwuchs. Nur der Tischler hat genug Auszubildende. Aber die verlassen das Unternehmen meist nach der Lehre – oft, weil sie Innenarchitektur studieren. Fragt man die Handwerksmeister, berichten sie, dass auch die eigenen Kinder studieren oder ein Studium planen. Handwerksberufe am Bau sind unbeliebt. Frühes Aufstehen und harte Arbeit schrecken junge Leute ab. Immer mehr Unternehmen schrauben ihre Anforderungen herunter. Beim Dachdecker bekommen auch Jugendliche mit mäßigen Hauptschulabschlüssen und schwachen Deutschkenntnissen Ausbildungsverträge angeboten. Der Gerüstbauer beschäftigt Lehrlinge aus Eritrea. In Deutschland arbeiten zu können, ist in der Heimat der jungen Flüchtlinge hoch angesehen.

Redaktion: Gábor Toldy