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Demokratie - was sonst? Macht als Droge "Exakt - Die Story"

Dr. Wolfgang Thierse kam 1989 ohne Erfahrungen in die Politik und musste sehr schnell lernen, wie man aufsteigt und sich vor allem auch oben hält. | Bild: BR/MDR/SAVIDAS

Mittwoch, 15.05.2019
21:45 bis 22:15 Uhr

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2017

Macht ist eine positive Kraft. Doch Macht verändert auch: denn paradoxerweise verlieren Führungspersonen genau die positiven Verhaltensweisen, die dazu führten, dass sie überhaupt erst mächtig wurden. "Exakt – die Story" erzählt von diesem Veränderungsprozess.

Am besten ist die Wandlung bei Politikern zu beobachten. Vor den Augen der Öffentlichkeit verändern sie sich oft vom Idealisten zu Karrieristen. Ab ihrer Wahl an die Spitze werden sie plötzlich zu gefragten Leuten, die mit ebenso einflussreichen Leuten zusammen kommen. und wird zu der Droge, von der kaum ein Politiker und eine Politikerin freiwillig mehr lässt.

Der 35-jährige sächsische Politiker Sebastian Fischer beispielsweise wurde 2009 für die CDU in den Landtag gewählt und vertritt dort seitdem forsch seinen Heimat-Landkreis Meißen. Der gelernte Koch sieht sich als bunten Vogel zwischen vielen studierten Abgeordneten. Doch sind die 8 Jahre in der Landespolitik spurlos an ihm vorübergegangen? Oder hat er sich verändert, obwohl er das selbst nicht so wahrnimmt? Denn im Kreis der Mächtigen nimmt sich manch einer plötzlich wie selbstverständlich mehr Freiheiten, überschätzt seine Fähigkeiten, wird skeptisch gegenüber Kritik, findet kaum echte Freunde.
Auch die Alt-Politiker Dr. Wolfgang Thierse und Dr. Norbert Blüm reflektieren über ihre eigene Verführbarkeit, sich einzumischen und permanent wichtig zu sein. Beide erlebten die Machtkämpfe im Haifischbecken Politik und wissen, warum Macht so abhängig macht.

"Exakt - die Story" erzählt anhand von Beispielen aus der Politik vom Veränderungsprozess nach der Einnahme von Spitzenpositionen und fragt nach, ob das immer so sein muss. Experten erklären den Prozess aus wissenschaftlicher Sicht, analysieren ein Führungskräftetraining, sezieren die Sprache und erklären die Körpersprache der Macht.

Redaktion: Gábor Toldy