ARD-alpha

W wie Wissen Die Welt ist bunt – aber ist mein Blau auch dein Blau?

Moderator Dennis Wilms. | Bild: BR/SWR/Stephanie Schweigert

Mittwoch, 10.04.2019
16:30 bis 17:00 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
2018

Moderation: Dennis Wilms

Ist das Blau, das ich sehe, auch das, was du siehst? Schwer zu beantworten, aber ein spannendes Forschungsgebiet. Auf jeden Fall bestimmt auch die Sprache, wie wir über Farben kommunizieren. Blau oder grün? Dazwischen liegt Türkis - das Wort für diese Farbe nutzen wir aber erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts. Unser Gehirn such nach Konstanz in der Welt der Farben.

Eine Banane ist gelb, klar – und wir sehen sie auch gelb, selbst wenn sie auf Fotos eigentlich grau ist. Waren alle Dinos grau, und wie kann man wissen, welche Farben sie hatten? Bei Tieren wird in spezialisierten Zellen Farbstoff in winzigen Fächern, den Melanosomen, ausgebildet. Und diese Strukturen sind in manchen Fossilien mit Hautresten erstaunlicherweise gut erhalten.

Heute kann man sie als Millionen von länglichen Gebilden unter dem Elektronenmikroskop erkennen. Jede Farbe hat eine eigene Kennung der Melanosomen - so weiß man inzwischen, wo ein Dino welche Farbe trug. Die längst ausgestorbenen Echsen bekommen ihre Farbe zurück!

Aber auch unsere heutige Tierwelt birgt immer wieder Überraschungen. Chamäleons tragen Tarnfarben, meist sind sie grün oder braun gemustert. Erst kürzlich entdeckten Wissenschaftler in München, dass die meisten Arten auch fluoreszierende Muster haben. Die leben in schattigen, tropischen Wäldern, wo der Anteil an ultraviolettem Licht relativ hoch. Genau das nutzen die Tiere mit Fluoreszenz, zur Kommunikation mit Artgenossen und unsichtbar für potenzielle Feinde.

Redaktion: Carola Richter