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Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Klöster Haghpat und Sanahin (Armenien) - Zwei ungleiche Geschwister

Innenansicht, Kloster Haghpat, 11. Jahrhundert, Unesco-Weltkulturerbe, Haghpat, Provinz Lori, Kaukasus, Armenien | Bild: picture-alliance/dpa

Samstag, 15.09.2018
19:15 bis 19:30 Uhr

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Armenien ist eines der ältesten Kulturvölker der Welt, dessen Wurzeln bis in die Antike reichen. Verfolgung, Zerstörungen, Ermordung bis zum Genozid durch die Türkei zu Beginn des 20. Jahrhunderts kennzeichnen die armenische Geschichte. Armenien gilt als erstes Land, in dem das Christentum Staatsreligion wurde. Der christliche Glaube ist Identifikation, Dreh- und Angelpunkt der Armenier. Der äußere Ausdruck dafür sind Kirchen und Klöster, die, ab dem 10. Jahrhundert, nicht allein zum religiösen, sondern auch zum geistigen, kulturellen und teilweise auch zu politischen Schaltstellen Armeniens wurden.

Die Klöster Haghpat und Sanahin gehören zu den wichtigsten Bauwerken Armeniens. Gegründet wurden beide nach 960 von der Königin Chosrowanusch. Obzwar sie einerseits zwei selbstständige Klöster waren, sind sie geschichtlich betrachtet Geschwisterklöster mit sich ergänzenden Ensembles. Das Kloster Haghpat war ein Wehrkloster, das über dem gleichnamigen Ort von weitem sichtbar thront. Eingebettet in die Berg-Landschaft scheint die Anlage als wüchse sie aus der Erde empor.

Das älteste sakrale Gebäude ist die Heilig-Kreuz-Kirche, auch Kirche vom Heiligen Zeichen genannt; armenisch: Nshan-Kirche. Getrennt werden die beiden Klöster von der gewaltigen Debed-Schlucht. Sie wird überspannt von einer neunzehn Meter langen Brücke, eine technische Großtat aus dem 12. Jahrhundert und das älteste weltliche Bauddenkmal Armeniens.

Sanahin gilt als die vollkommenste Klosteranlage Armeniens. Die Legende erzählt, ein bedeutender Geistlicher habe der Klosteranlage den Namen gegeben: San-a-hin, was bedeutet "das ist älter" und zwar älter als Haghpat. Mittelpunkt des Klosters und ein absolutes Kleinod der Baukunst: Die Bibliothek. Sie weist Sanahin als einen gewichtigen Ort des armenischen Geistesleben aus.

Redaktion: Gábor Toldy