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Tele-Akademie: Prof. Dr. Dieter Borchmeyer Weimar-Bayreuth-Heidelberg - Kulturstadt in der Provinz

Dieter Borchmeyer (Literaturwissenschaftler) | Bild: picture-alliance/dpa

Mittwoch, 13.06.2018
17:00 bis 17:45 Uhr

ARD-alpha
2018

Zu den Merkwürdigkeiten der deutschen Kulturgeschichte gehört, dass es immer wieder die Provinz war, aus der die bedeutendsten deutschen Kulturleistungen hervorgegangen sind. Nicht die Metropolen, sondern die kleinen Residenz- oder Universitätsstädte waren oft die eigentlichen Kulturstädte. Das Musterbeispiel ist Weimar, das politisch bedeutungslose Herzogtum, das einmal den Nabel unserer geistigen Welt bildete. Und Richard Wagner hat seine Festspiele ganz bewusst in einen „Winkel“, das politisch und gesellschaftlich noch bedeutungslosere Bayreuth verlegt.
Im frühen 20. Jahrhundert wuchs Heidelberg zu einem geistigen Zentrum von internationaler Ausstrahlung, zu einem „Weltdorf“ empor. Weltkultur in provinzialem Rahmen! Diesem spezifisch deutschen Paradox geht Dieter Borchmeyer in seinem Vortrag nach.
Professor Dr. Dieter Borchmeyer lehrte bis 2006 Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft an der Universität Heidelberg.
Seit 2007 ist er Honorarprofessor an der Universität Graz und hält im Rahmen einer Stiftungsprofessur für Kulturtheorie weiter Vorlesungen an der Universität Heidelberg.

Redaktion: Gábor Toldy