ARD-alpha

alpha-thema: Der Dreißigjährige Krieg Der Dreißigjährige Krieg (3/3) Von Hexen, Nonnen, Ehefrauen

Dorothea Flock mit Gemahl in den glücklichen Tagen vor ihrer Verhaftung. | Bild: BR/Ulrich Group GmbH

Montag, 21.05.2018
21:45 bis 22:30 Uhr

  • Untertitel

ARD-alpha
2010

Bis in das zwanzigste Jahrhundert hinein, also für mehr als 250 Jahre, blieb der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) das große Trauma der Deutschen. Begonnen hatte er als Religionskrieg, ausweiten konnte er sich, weil zunehmend unterschiedliche und divergierende Interessen von seinen Auswirkungen berührt waren, nicht enden wollte er, weil den streitenden Parteien die Politikfähigkeit, die Kunst des Ausgleichs, abhanden gekommen war.

Ebenso wie die Ursachen und Denkmuster der Akteure ist der Verlauf des Krieges kompliziert und filmisch kaum nachzuzeichnen. Der aufwändig inszenierte Dreiteiler bietet ein Panorama dieser einschneidenden Epoche der deutschen Geschichte aus der Perspektive der Miterlebenden.

Drei Figuren stehen im Mittelpunkt jeder Folge. Ihre Schicksale sind typisch für das Zeitalter des "Großen Krieges" und dennoch einzigartig. Sie leben mit dem Krieg, was er an Schrecken und Ängsten, Not und existentielle Bedrohung auch mit sich bringt, sie leben aber auch vom Krieg, sei es als Akteure, Organisatoren, Profiteure oder Mittelsmänner - und -frauen, was vielleicht sogar einer überraschenden Entdeckung gleichkommt. Abenteuer und Tragik, Wagemut und Apathie wechseln einander ab - ein Auf und Ab der Emotionen. Wer sind diese Menschen in der Mitte Europas vor fast 400 Jahren? Was können sie erwarten, erhoffen, ersehnen von der Zeit in der sie hineingeboren wurden?

Die Folgen von Missgunst und kollektiven Ängsten erfährt die Frau eines wohlhabenden Bamberger Ratsherrn, Dorothea Flock, am eigenen Leib; sie wird unschuldig als Hexe verdächtigt. Wie eine Frau in schweren Zeiten ihren "Mann steht", zeigt das Leben der Äbtissin von Frauenwörth, Magdalena Haidenbucher, Eine andere Geschichte der Friedensverhandlungen schreibt die Frau des bayerischen Gesandten, Katharina von Haslang, in ihr Hausbuch; auch Diplomatie geht durch den Magen.
Produktionsjahr 2010

Drehbuch: Christian Lappe
Regie: Christian Lappe, Michael Appel
Redaktion: Christian Lappe