ARD-alpha

Das Prinzip Lernen Kindheit

Montag, 26.03.2018
09:30 bis 10:00 Uhr

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ARD-alpha
2008
Folge 1 von 7

In den ersten Kindheitsjahren wird der Grundstein für das Netzwerk der Nervenzellen gelegt. Im Kindergarten von heute wird daher vor allem spielerisch gelernt. Spezielle Bildung für Kleinkinder gab es aber schon in der Antike. Wie sich Kleinkinder entwickeln, darüber existieren heutzutage jede Menge Forschungsanalysen. Experimente haben gezeigt, dass bestimmte Fähigkeiten in bestimmten Phasen erworben werden. In den ersten Jahren der Kindheit wird der Grundstein für das Netzwerk der Nervenzellen gelegt. Damit können sich Kinder schon im Vorschulalter viele geistige, soziale und körperliche Fähigkeiten aneignen.

Doch über das Prinzip Lernen macht sich nicht erst die moderne Wissenschaft Gedanken, bereits frühe Kulturen beschäftigten sich damit, unter anderem auch die griechische Antike. Schließlich leitet sich aus dem Altgriechischen der Begriff Pädagogik her: "Paideia" beinhaltet sowohl Bildung als auch Erziehung - ein ganzheitliches Konzept. Von Anfang an erkannte man dabei den Zusammenhang von Lernen und Spielen. So stammt bereits vom Philosophen Platon ein Entwurf für eine Art Kindergarten.

Comenius' Vorschulerziehung
In der Neuzeit richten sich die Bildungskonzepte zunächst vor allem an die Eltern. 1633 verfasst der böhmische Ordensbruder Johann Amos Comenius die erste umfassende Theorie der Vorschulerziehung: das "Informatorium der Mutterschul". Comenius erkennt bereits die Potenziale der frühen Kindheit und will sie für Bildung und Erziehung nutzen. Für die einzelnen Entwicklungsstufen gibt er Ratschläge, wie Eltern ihre Kinder in "Tugend, Arbeit und Beredsamkeit" über können. Das vorrangige Erziehungsziel bleibt auch bei Comenius - ein Erbe aus dem Mittelalter - die Gotteserkenntnis.

Friedrich Fröbel gründet ersten Kindergarten
Begründer und Namensgeber des Kindergartens war Friedrich Fröbel. Der Pfarrerssohn holt sich Anregungen unter anderem beim großen Schweizer Pädagogen Johann Heinrich Pestalozzi und startet 1840 den ersten Modellversuch für einen Kindergarten im thüringischen Bad Blankenburg. Fröbel setzt auf das didaktische Element des Spielens und lässt von Handwerkern spezielle Spielgaben entwickeln. Sie bauen aufeinander auf und vermitteln je nach Altersstufe gezielte Lerninhalte. Fröbels Konzept ist zukunftsweisend, allerdings kann sich nur das Bürgertum den Kindergartenbesuch leisten. Arme Kinder lernen Lesen und Schreiben allenfalls in Kinderbewahranstalten.

Montessori-Pädagogik
In der folgenden Zeit setzt sich immer mehr die Vorstellung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit durch. Eine Wegbereiterin dafür ist die italienische Ärztin und Pädagogin Maria Montessori. "Hilf mir, es selbst zu tun", ist der Grundsatz ihres Erziehungskonzepts. Montessori entwickelt Fröbels Spielmaterialien weiter. Obwohl ihre Methode auch Kritiker fand, praktizieren bis heute Kindergärten in aller Welt die von ihr geschaffene Lernumgebung.
Korczak: Kind hat Recht auf Achtung

Redaktion: Eva Maria Steimle