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Jerusalem - Die heilige Stadt

Blick auf den Tempelberg | Bild: picture-alliance/dpa/ Marius Becker

Montag, 20.11.2017
14:15 bis 14:30 Uhr

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Verehrt und immer wieder erobert, zerstört und wieder aufgebaut: Wohl kaum eine Stadt auf der Welt hat eine so wechselhafte und dramatische Geschichte erlebt wie Jerusalem. "Die Heilige Stadt" ist ein Kreuzpunkt der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Wenn Juden auf der ganzen Welt statt dem Jahr 2009, heuer das Jahr 5770 feiern, so liegt das auch in dem Religionsstifter Abraham begründet, der in den anderen beiden Welt-Religionen Christentum und Islam eine ebenfalls wichtige Rolle spielt.

Der Film "Jerusalem - Die Heilige Stadt" von Andreas Poteschil, der im Rahmen des BR-Schulfernsehens ausgestrahlt wird, zeigt die unterschiedlichen Glaubenswelten, die in Jerusalem aufeinander prallen. Was bedeutet beispielsweise die Klagemauer für die Juden und die daneben gelegene Al-Aqsha-Moschee für die Muslime? Gerade der Tempelberg, auf dem Abraham seinen Sohn opfern wollte, und wo später der große Tempel stand, aus dem Jesus die Händler vertrieb, ist wohl das zentrale Symbol dieser heiligen Stadt. Hier steht heute die Al-Aqhsa-Moschee, eines der wichtigsten Heiligtümer des Islam. Hier soll der Prophet Mohammed in den Himmel aufgefahren sein.

Heute wird diese muslimische Pilgerstätte von israelischen Sicherheitskräften vor Fanatikern geschützt, ebenso wie die direkt darunter gelegene Klagemauer: Hier beklagen Juden aus aller Welt die Zerstörung des früheren Tempels und stecken kleine Zettel mit Gebeten und Wünschen in die Mauerfugen. Im Film erklärt ein junger amerikanischer Rabbi, welche Bedeutung sein Glaube für ihn hat und eine junge Muslima beschreibt ihre Hoffnungen im Alltag der Stadt.

Ebenso wichtig wie für Juden und Muslime ist Jerusalem auch für die Christenheit. Denn hier sorgte Jesus als Prediger für die Nächstenliebe für Aufsehen, hier wurde er schließlich angeklagt, gekreuzigt und begraben. In die berühmte Grabeskirche strömen deshalb bis heute Christen aus der ganzen Welt, um ihm zu gedenken. Denn hier soll Jesus Christus auferstanden und seinen Jüngern erschienen sein. Und hier entstand die zahlenmäßig größte Religion der Menschheit.

Trotz der Faszination, die Jerusalem aber auch auf manche Fanatiker ausübt, versuchen die Bewohner der Stadt den Alltag friedlich miteinander zu meistern. Da das Kloster St. Anna des Ordens der "Weißen Väter" beispielsweise im arabischen Teil der Stadt liegt, ist es für Pater Thomas Meyer selbstverständlich, auch arabisch sprechen zu können und seine muslimische Nachbarschaft nach Kräften zu unterstützen. Deshalb ist der engagierte Mönch im arabischen Viertel auch immer willkommen. Denn statt einem "Clash of the Cultures", einem Kampf der Kulturen, so Pater Meyer, ist im 21. Jahrhundert Zusammenarbeit erforderlich, gerade in Jerusalem.

Redaktion: Gerd Niedermayer

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