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Die Jahre 1949 bis 1959

Kriegsheimkehrer, der allmächtige Adenauer und die Staatswerdung in BRD und DDR - das prägte die Bundesrepublik vom Beginn bis zum Ende der 1950er-Jahre. Die Jahresschau "60 Jahre Deutschland" geht auf Spurensuche.

Stand: 29.07.2013

  • Januar 1949
    Konrad Adenauer | Bild: rbb

    1949

    Staatsgründung im Westen und Osten

    Zweimal Deutschland im Jahr 1949: Im Westen entsteht die Bundesrepublik, im Osten die DDR. Auf beiden Seiten des "Eisernen Vorhangs" gibt es drängende Probleme wie Wohnraumnot und Integration der Flüchtlinge zu lösen. Doch auch das Bedürfnis nach Kultur und Unterhaltung wächst.

  • September 1950
    Plakat für den Film "Schwarzwaldmädel" | Bild: rbb

    1950

    Heimatfilme und Kriegsheimkehrer

    Noch immer kommen ausgemergelte Wehrmachtssoldaten aus russischen Gefangenenlagern zurück, vielen ist die Heimat fremd geworden. In den westdeutschen Kinos werden indes Träume von einer heilen Welt verbreitet. Mit dem "Schwarzwaldmädel" beginnt der Siegeszug des Heimatfilms. Die DDR verordnet ihrem Kino dagegen eine andere Aufgabe: die Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit.

  • Januar 1951
    Filmplakat von "die Sünderin" | Bild: BR

    18. Januar 1951

    Wirbel um die nackte Hildegard Knef

    Schutt und Trümmer sind weggeräumt, der Lebensstandard der Bürger steigt. Da bleibt Zeit, über einen Film zu streiten: Willi Forsts "Sünderin". Die einen halten den Streifen für ein Meisterwerk, die anderen für unmoralischen Schund. Der Hauptdarstellerin gibt er einen Karriereschub.

  • Januar 1952
    Demonstration | Bild: rbb

    Januar 1952

    Streit um den Plan zur Wiederaufrüstung

    Die von der Regierung Adenauer geplante Wiederbewaffnung Deutschlands schockiert zahlreiche Westdeutsche. Antimilitaristische Gefühle gehen quer durch alle Parteien. Für erregte Debatten sorgt 1952 auch die Stalin-Note. Im Gegenzug für Neutralität bietet der Sowjet-Diktator ein geeintes Deutschland an.

  • Juni 1953
    Panzer in der Strasse | Bild: BR

    17. Juni 1953

    Rebellion der DDR-Bürger

    Rücksichtslos und mit hohem Tempo treibt das SED-Regime den sozialistischen Aufbau Ostdeutschlands voran. Am 17. Juni 1953 wagt rund eine Million DDR-Bürger den Aufstand – sie besetzen Bezirksämter, SED-Büros und stürmen Gefängnisse. Das "Arbeiter- und Bauernparadies" wird existenziell erschüttert, doch sowjetische Panzer walzen die Rebellion nieder.

  • Juli 1954
    Rahn jubelt mit der deutschen Mannschaft über das Siegtor | Bild: picture-alliance/dpa

    4. Juli 1954

    Das Wunder von Bern

    Fußball-Weltmeisterschaft '54: Die Nationalelf der Bundesrepublik um Kapitän Fritz Walter und Torjäger Helmut Rahn erreicht das Finale und gewinnt in Bern das Endspiel 3:2 gegen die "unschlagbaren" Ungarn. Ganz Deutschland versinkt im Freudentaumel und die Überzeugung wächst: Wir gelten wieder etwas in der Welt.

  • Mai 1955
    Das Jahr 1955 | Bild: BR

    Mai 1955

    Frontstaaten im Kalten Krieg

    Zehn Jahre nach Kriegsende driften die beiden deutschen Staaten immer weiter auseinander. Westdeutschland begreift sich als einzige demokratisch legitimierte Vertretung des ganzen deutschen Volkes und versucht, die DDR international zu isolieren. Die Fronten verhärten sich.

  • März 1956
    Walter Ulbricht auf dem SED-Parteitag 1956 | Bild: picture-alliance/dpa

    März 1956

    Das Wendehalsmanöver des Ulbricht

    Schon 33 Jahre vor dem Mauerfall übt sich Walter Ulbricht in einer Tugend, die nach dem Ende der DDR als "Wendehalsmanöver" bei SED-Genossen populär werden sollte: Bis zur berühmten Rede Chruschtschows eifriger Stalinist, reiht er sich ab 1956 blitzschnell in den Reihen der Stalinkritiker mit. Im Parteiorgan Neues Deutschland sagt er: "Zu den Klassikern des
    Marxismus kann man Stalin nicht rechnen".

  • September 1957
    Wahlplaket der CDU mit Konrad Adenauer | Bild: BR

    15. September 1957

    Keine Experimente mit Adenauer

    Drängende Kriegsfolgen sind überwunden, Bundeskanzler Adenauer wagt sich an eine Rentenreform: Alterseinkommen werden an die Entwicklung der Löhne und Gehälter gekoppelt. Am 15.September bekommt seine Partei, die CDU, bei der Bundestagswahl zusammen mit dem Partner CSU die absolute Mehrheit. Adenauer wird als Bundeskanzler bestätigt.

  • März 1958
    Protest gegen die Atomare Aufrüstung | Bild: BR

    März 1958

    Streit um Atomare Aufrüstung

    Adenauer treibt den Bundeswehrausbau voran. In Zeiten des Kalten Krieges soll die Truppe die politische Westintegration militärisch manifestieren. Dazu gehört auch die Atombewaffnung. Der Bundestag beschließt am 25. März Deutschland mit Trägersystemen für Atomwaffen auszurüsten. Die Regierung will die Bundeswehr im Rahmen der Nato mit Atomwaffen ausstatten, wenn es zu keiner allgemeinen Abrüstungsvereinbarung kommt. Viele Bürger sind empört. Unter dem Motto "Kampf dem Atomtod" finden Massenkundgebungen statt. Die SPD will eine Volksbefragung, scheitert aber am Bundesverfassungsgericht.

  • Oktober 1959
    Die DDR wird zehn Jahre alt | Bild: BR

    1. Oktober 1959

    Eigene Flagge für die DDR

    Seit 1959 verfügen sowohl die USA als auch die UdSSR über Interkontinentalraketen mit nuklearen Sprengköpfen. Chruschtschow nutzt das atomare Patt, um die internationale Anerkennung der deutschen Teilung zu fordern. Auf Beschluss der Volkskammer zieren nun Hammer und Zirkel im Ährenkranz die Staatsflagge der DDR.


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