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Nobelpreisträgertagung 2017 Bildungselite trifft Lindau

Wie kann man das Vertrauen zur Wissenschaft wieder stärken? Was zieht die Bildungselite der Welt nach Lindau? Fragen an die Gräfin Bernadotte.

Stand: 23.06.2017

Bettina Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau | Bild: picture-alliance/dpa

Die 67. Lindauer Tagung ist der Chemie gewidmet. Vom 25. bis 30. Juni kommen 29 Nobelpreisträger und 420 Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt zusammen. Für eine knappe Woche werden Studenten und Doktoranden in englischsprachigen Vorträgen und Masterclasses einige der weltbesten Forscher erleben. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen fördern den Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen.

Fragen an Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau:

Verschwörungstheorien und alternative Fakten… Das Vertrauen in die Wissenschaft steckt in der Krise. Wie kann man dem Ihrer Ansicht nach entgegenwirken?

"Wissenschaft muss weiterhin in der Gesellschaft verankert sein. Wir brauchen mehr denn je eine verständliche Sprache, um auch Nicht-Wissenschaftlern die fundierten Ergebnisse zu vermitteln, auf denen komplexe Forschung basiert. Mittel zum Zweck sind hier nicht nur etwa unsere Mediathek, in der wir die Tagungsinhalte aufbereiten, sondern auch der Lindauer Wissenspfad oder die mediale Berichterstattung über die Tagungen durch Journalisten."

 

Worauf muss man als Gastgeberin besonders achten, wenn die Gäste die klügsten Menschen der Welt sind?

"Persönliche Begegnungen sind das Wichtigste. Deshalb müssen wir einen guten Rahmen schaffen für inspirierende Dialoge. Es sollten Gespräche zustande kommen, von denen wirklich alle Teilnehmenden über kulturelle Grenzen hinweg profitieren und aus denen auch Impulse für die eigene Arbeit gewonnen werden können. Wenn sich ein Nobelpreisträger intensiv mit einer kleinen Gruppe von Nachwuchswissenschaftlern austauscht und dabei vielleicht sogar gemeinsame Forschungsprojekte entstehen, ist das etwas ganz Besonderes."

 

Nobelpreisträger können sicher auf der ganzen Welt ein- und ausgehen. New York, Paris, Peking. Was zieht die Bildungselite der Welt gerade nach Lindau?

"Die reizvolle Umgebung mit See- und Alpenkulisse in Lindau und auf der Insel Mainau schätzen die Nobelpreisträger ganz besonders, das höre ich immer wieder. Dieser Ort hier trägt zu einem großen Teil dazu bei, den inspirierenden Austausch zwischen den Laureaten und den jungen Wissenschaftlern anzuregen. Hinzu kommt die Vielzahl von Formaten während der Tagung, in denen sich die Generationen in großen und kleinen Runden begegnen.“


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