Respekt - Respekt


0

Quiz "Grundeinkommen" Die Burger-Millionäre

In unserem Quiz suchen wir einen Ort, in dem der langjährige Boss einer Vereinigung "Burgerking" genannt wird - obwohl er nichts Essbares herstellt.

Von: CUS

Stand: 05.04.2019

Cartoon-Figur Burger, Hamburger | Bild: colourbox.com

Die Burger-Millionäre

Das bedingungslose Grundeinkommen? Gibt es schon lange, genauer seit dem Mittelalter. Nicht überall, aber in vielen Gemeinden deutscher Zunge. Nicht für wirklich alle, sondern zunächst nur für Männer. Später dann auch für Frauen. Im Prinzip gibt es keine Vorbedingung für die Leistung, nur dass Neuzugezogene meist nicht berücksichtigt werden – die Alteingesessenen geben halt ungern etwas ab.

In manchen Gemeinden ist es noch wie in alten Zeiten eine Naturalleistung von mehr symbolischem Wert wie jährlich etwas Wein und dazu eine Wurst. Andere sind da deutlich großzügiger – von hohen vierstelligen Beträgen pro Jahr ist da die Rede, manchmal auch von fünfstelligen. Wobei immer nur das verteilt wird, was da ist; ein Anspruch auf eine bestimmte Geldsumme besteht also grundsätzlich nicht. Dafür erhält dann jeder das Gleiche.

Interessant ist das Modell eines mondänen Touristenziels: Den alteingesessenen Familien, auf der Webseite der Bürgervereinigung allesamt mit ihren Wappen präsent, gehört gemeinsam das nutzbare Land, dazu kommen Bergbahnen, Luxushotels, Restaurants usw. mit einem Wert, der jedes Mitglied vermutlich zum Millionär macht. Sogar eine Reihe Bücher gibt diese Bürgervereinigung heraus. Der langjährige Boss der Vereinigung erhielt wegen seiner Macht im Nobelort den Namen Burgerking.

Nur mit der Auszahlung wird gern geknausert: Jahrelang gab es da einen mäßig wertvollen Verzehrgutschein, einzulösen in der eigenen Gastronomie (immerhin keiner Bulettenbraterkette).

Also wieder nichts mit einem bedingungslosen Grundeinkommen, von dem sich mit Anstand leben ließe, selbst wenn man auf dem Papier Anteile in Millionenhöhe hat.

Von welchem weltberühmten Touristenort unseres Sprachraums ist hier die Rede?

Lösung

In der Schweiz gibt es in vielen Gemeinden den sogenannten Bürgernutzen. Das heißt, die Auszahlung von Gewinnen, die die örtliche Bürger-Korporation gemacht hat. So zahlte die Gemeinde Pfäffikon in Kanton Schwyz bis zu 40.000 Franken pro Jahr an jedes ihrer Mitglieder aus. Bischofszell im Kanton Thurgau ist da bodenständiger: Seit Jahrhunderten wird dort Wein und Wurst verteilt.

Dabei ist die Auszahlung oft an das sogenannte Bürgerrecht gebunden – das viele Zugezogene nie erwerben, selbst wenn sie aus dem Nachbardorf stammen. Darüber wachen die Alteingesessenen.

Gesucht war das Matterhornmekka Zermatt. Die Burgergemeinde Zermatt macht die "Einburgerung" (ja so heißt das) schwierig, denn es gibt viel zu verteilen. Der Burgergemeinde und damit den Burgern gehören nicht nur die "Alpen", also das Weideland, sondern auch Bergbahnen, Luxushotels und Bergrestaurants. Und das will etwas heißen.


0