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Zwischen Spessart und Karwendel Schwarzmundgrundeln

Wer am Main-Donau-Kanal lebt und gerne angelt, kennt Schwarzmundgrundeln zur Genüge, denn der gefräßige Einwanderer hat sich zu einer Plage entwickelt. Inzwischen ist der kleine Fisch auch schon in dem unterfränkischen Fluss Aisch auf dem Vormarsch. Margit Paulus aus dem Dorf Aisch an der Aisch kennt das Problem und hat eine Lösung gefunden: einfach aufessen!

Stand: 26.07.2019 | Archiv

Gebratene Schwarzmeergrundeln auf einer Platte | Bild: BR

Margit Paulus ist zweite Vorsitzende im Aischer Fischereiverein. Sie ist wenig begeistert, dass die Schwarzmundgrundeln aus dem Main-Donau-Kanal sich allmählich über die Regnitz auch in der Aisch ansiedeln. Sie sind Neozoen, also Neulinge im heimischen Tierreich, denn die kleine Fischart ist ein Einwanderer und kam unter anderem aus dem Schwarzen Meer zu uns.

Grundeln nutzen ein breites Nahrungsangebot und setzen sich so im Beutewettbewerb gegen andere Arten durch. Nach und nach verdrängen die Neuankömmlinge angestammte Fischarten wie Barbe oder Aitel. Stellenweise machen die Grundeln in ihren bevorzugten Habitaten bereits über siebzig Prozent des gesamten Fischbestandes aus.

Sehr fein, findet Paul Enghofer. Wenn's nach ihm ginge, dürften die Schwarzmundgrundeln von Margit Paulus gerne öfter auf seinem Teller landen.

Den Fischern sind sie lästig, weil sie sich zu oft am Köder befindet. Wenn eine anbeißt, muss man sie mitnehmen. Doch aufgrund ihrer geringen Größe scheuen Viele die Arbeit, sie als Mahlzeit zuzubereiten. Margit Paulus hat dafür allerdings eine ganz einfach Lösung: Sie nimmt die Schwarzmundgrundeln aus, wendet sie in Mehl und brät sie in einer Pfanne knusprig. Das Ergebnis ist sehr schmackhaft: Der Fisch hat weiches Fleisch und einen guten Geschmack mit einer leicht nussigen Note - findet zumindest unser Autor Paul Enghofer, der die Schwarzmundgrundeln natürlich gleich frisch aus der Pfanne gekostet hat ...

Rezept für gebratene Schwarzmundgrundeln

Zutaten

10 - 12 Schwarzmundgrundeln (pro Person)
Salz
Pfeffer
Mehl
Butterschmalz

Zubereitung

Ausgenommene und geköpfte Schwarzmundgrundeln

Die Zubereitung von Schwarzmundgrundeln ist sehr einfach. Man schneidet den kleinen Fischen den Kopf ab und öffnet den Bauch mit einem Schnitt von hinten nach vorne zwischen den Brustflossen hindurch und nimmt die Eingeweide heraus. Nach dem Waschen und Trockentupfen werden die Grundeln leicht gesalzen und gepfeffert und anschließend in Mehl gewendet.

In einer Pfanne mit reichlich heißem Butterschmalz brät man sie etwa sechs bis acht Minuten und dabei werden sie einmal gewendet. Fertig sind sie, wenn sich die Rückenflosse ohne Widerstand aus dem Fleisch herausziehen lässt.

Beim Essen spürt man keine bzw. kaum Gräten. Beim Zerteilen kann die Rückengräte herausgenommen werden. Man kann die kleinen Fischchen auch, wenn sie gut gebraten sind, im ganzen essen. Störend sind dabei nur die harten Stellen an den Bauch-, Brust- und Rückenflossen, die man aber vor dem Essen entfernt, indem man sie einfach wegzupft. Die Schwanzflosse ist, resch gebraten, eine Delikatesse, die man auf jeden Fall mit isst.

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