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"Strings" für Stars Instrumentensaiten aus Bubenreuth

Keith Richards, Paul McCartney oder der Basist von Bon Jovi: Sie alle vertrauen auf "Pyramid-Saiten". Hergestellt werden die in einem Dorf in Mittelfranken. Von einer Saitenmanufaktur, die auf fast 170 Jahre Erfahrung zurückblicken kann.

Stand: 14.12.2018

Jede Instrumentensaite hat eine "Seele". Die ist meist aus Nylon oder Stahl. Um diese Seele wird ein Draht gewickelt: Aluminium, Kupfer, Bronze, Silber... Manchmal ist der Draht nur 0.05 mm dick, fast so dünn wie ein menschliches Haar.

Meister der "Vielsaitigkeit"

Welches Material welchen Klang erzeugt, wie dick eine Saite sein muss, um in der richtigen Frequenz zu schwingen - dieses Wissen ist der wahre Schatz der Saitenmanufaktur Junger, ihr Firmengeheimnis, das von Generation zu Generation weitergetragen wird. Chef Max Junger leitet den Familienbetrieb in der 6. Generation. Er legt Wert auf eine große Bandbreite der Produktion.

"Da wir für mehr oder weniger jedes Saiteninstrument der Welt Musiksaiten herstellen, geht´s da schon hunderte verschiedener Instrumente und dann tausende verschiedener Saiten. Wir spezialisieren uns nicht nur auf eine Sache, z.B. Gitarrensaiten oder Geigensaiten. Wenn wir alles richtig machen, wird´s uns auch in zehn Jahren geben."

Max Junger, Firmenchef

In der sogenannten "Geigenbauersiedlung" in Bubenreuth, wenige Kilometer nördlich von Erlangen, hat die Saitenmanufaktur Junger ihren Sitz. 1850 wurde sie gegründet, im tschechischen Luby (Schönbach), das eine Hochburg des Instrumentenbaus war. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde beinahe das halbe Dorf vertrieben, die Bewohner waren Sudetendeutsche.

Die besondere Geschichte von Bubenreuth

Eine neue Heimat fanden sie in Bubenreuth. Das Bauerndorf mit 400 Einwohnern nahm knapp 2000 Sudetendeutsche auf. In den Nachkriegsjahren schafften es die ehemaligen Schönbacher, den Instrumentenbau wieder aufzunehmen. Streich- und Zupfinstrumente aller Art haben so die Gemeinde Bubenreuth berühmt gemacht. Auch den Vorfahren von Max Junger gelang der Neuanfang. Heute erwirtschaftet ein gutes Dutzend Mitarbeiter einen Umsatz von knapp 1,5 Millionen Euro jährlich.

Tüfteln für eine Ukulele

Was die Bubenreuther auch auszeichnet: Sie erfüllen fast jeden Sonderwunsch! Z.B. den des Gitarrenbauers Stefan Zirnbauer aus München. Der wollte einen Ukulelebass bauen, der sich auch akustisch spielen lässt, also ohne Tonabnehmer. Das war mit den bislang erhältlichen Saiten nicht möglich.

"Eine Bassukulele ist so tief, dass das von der Frequenz her, von der Korpusgröße und von der Saitenlänge normalerweise nicht wirklich funktioniert. Ich hab Pyramid die Mensur, die schwingende Saitenlänge, vorgegeben. Und ich hab die Frequenz angegeben, in der das ganze schwingen soll. Nach ein paar Prototypen kamen die Saiten raus, die wir jetzt auf unserem Bass verwenden."

Stefan Zirnbauer, Gitarrenbauer

Die Zirnbauer-Ukulele mit den speziell angefertigten Pyramid-Saiten spielt zum Beispiel der Bassist von Claudia Koreck auf ihrem neuen Album.

"Es fühlt sich wie ein echter E-Bass an. Das ist das besondere an den Saiten."

Dominik Palmer, Bassist

Mit den Pyramid-Saiten befindet sich Dominik Palmer übrigens in prominenter Gesellschaft: Keith Richards von den Rolling Stones, Hugh McDonald, der Bassist von Bon Jovi oder Beatle Paul McCartney – sie alle spielen auf Pyramid-Saiten!

Pyramid-Saiten

Die Hompage der Seitenmanufaktur von Bubenreuth:

Wissenswertes über Bubenreuth

Die Geschichte der Gemeinde Bubenreuth präsentiert der Museumsvereins Bubenreuth in einer Dauerausstellung:


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