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Baumriesen Mit dem Förster durchs Hintersteiner Tal

Uralte Bäume – buchstäblich aus der Zeit gefallen. Sie stehen in abgelegenen Bergtälern und bilden unter harten klimatischen Bedingungen die außergewöhnlichsten Formen aus. Im Hintersteiner Tal im Oberallgäu sind besonders viele erhalten geblieben.

Stand: 14.10.2014 | Archiv

Urwaldriesen der besonderen Art

Karl Kleiter, Leiter des Forstbetriebs Oberallgäu

Sie sind auf keiner Karte verzeichnet und ihren Standort kennen nur wenige, die mit ihnen zu tun haben. Wie Karl Kleiter, Forstchef im Oberallgäu, für den die uralten Bäume ganz besondere Geschöpfe darstellen. Gar nicht weit vom beliebten Alpweg an der Engeratsgundalpe steht eine 40 Meter hohe Fichte am Bergbach. Ihr Same ist vor vielleicht 200 – 300 Jahren auf einem Felsbrocken aufgegangen, den der Baum wie mit einer riesigen Lippe überlappt. Die Wurzeln haben sich wie im tropischen Regenwald zu Brettwurzeln entwickelt, um diesen Urwaldriesen zu stabilisieren. In Höhlungen des Wurzelstocks finden sich Haare von einem Tier, einem Fuchs wahrscheinlich, der dieses natürliche Versteck als Behausung nutzt.

Die größte Tanne des Allgäus

Weiter oben am Steilhang ragt wie ein Solitär die größte Tanne des Allgäus auf, über 300 Jahre alt, mehr als sechs Meter Umfang. Auf der Bergseite aber ist sie stark angeschlagen, die Wunden vom Steinschlag und den häufigen Lawinen hat der Baum nicht mehr mit neuer Rinde überwallen können. Eine der mächtigen Wurzeln ist gefault. Noch wirkt die Tanne mächtig und kraftvoll, aber der Überlebenskampf am Berg hat tiefe Spuren hinterlassen. Sie sind nicht offiziell geschützt, diese einzigartigen Geschöpfe; nur durch die Ehrfurcht derer, die mit ihnen zu tun haben - vielleicht ohnehin der beste Schutz.

Bis zu 10 Meter Umfang

Ahornboden im Hintersteiner Tal

Seit vielen Generationen haben die Forstleute die Urwaldriesen verschont. Und es dürfte im 17. Jahrhundert gewesen sein, als Alphirten auf einem weitläufigen Wiesenboden die Bergahornbäume stehen ließen, die heute einen der schönsten Ahornböden Bayerns bilden. Bis zu 10 Meter Umfang haben die mächtigsten dieser knorrigen, in alle Richtungen verdrehten und von zahlreichen anderen Gewächsen belebten Bäume. Sie strahlen eine besondere Beharrungskraft und Ruhe über die Zeiten aus; ein Dasein, das so ganz anders ist, als die täglich aufgeregte, hektische Gegenwart, in der wir leben.


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