BR Fernsehen - Zeit und Ewigkeit


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Zeit und Ewigkeit Gedanken zur Karwoche mit Bischof Bertram Meier

Oft sind es die letzten Begegnungen, die nachhaltig in Erinnerung bleiben, wenn sich ein lieber Freund, eine Partnerin oder gute Bekannte für immer verabschieden. Für Bischof Bertram Meier aus Augsburg sind solche Abschiedsmomente unendlich kostbar. Deswegen schaut er in der Karwoche genau hin auf das, was seinerzeit in den letzten Tagen und Stunden in Jerusalem geschehen ist, als man den Menschenfreund und Gottessohn Jesus Christus hingerichtet hat und aus der Welt schaffen wollte.

Stand: 24.03.2021 | Archiv

Wieskirche innen | Bild: picture-alliance/dpa

Was bleibt, wenn ein Mensch geht? Oft sind es die letzten Begegnungen, die nachhaltig in Erinnerung bleiben, wenn sich ein lieber Freund, eine Partnerin oder gute Bekannte für immer verabschieden. Ihre letzten Worte werden dann zum Testament und klingen weiter bis in die Gegenwart.

Für den Augsburger Bischof Bertram Meier sind solche Abschiedsmomente unendlich kostbar. Deswegen schaut er in der Karwoche genau hin auf das, was seinerzeit in den letzten Tagen und Stunden Jesu Christi in Jerusalem geschehen ist, als man den Menschenfreund und Gottessohn hingerichtet hat, um ihn aus der Welt zu schaffen. Was war ihm wichtig? Wofür lebte er? Was hat er gesagt? Was hat er getan? Was von all dem kann das Leben sinnvoll beeinflussen?g

Die Kraft, die die Welt zusammenhält

Ein Schlüssel, um Jesu Testament zu verstehen, lässt sich für Bischof Meier am Gründonnerstagabend im Abendmahlsaal finden. Dort bündelt Jesus den Kern seines Lebens und seiner Botschaft und fasst zusammen, was bleiben soll, wenn er geht: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe! Tut dies zu meinem Gedächtnis!"

Die Liebe ist die Kraft, die die Welt zusammenhält, die in Krisen überleben lässt und die auch dann noch trägt, wenn wir einmal "himmelwärts" unterwegs sind.

Die weltberühmte Wieskirche mit ihrer einzigartigen Rokokoausstattung ist für Millionen Besucher übers Jahr ein österliches Zeugnis dieser Hoffnung, die über den Tod hinausreicht. 

Manuskript Format: PDF Größe: 262,56 KB

Weiterführende Informationen zum Sprecher der Sendung und zum Drehort:

Bischof Dr. Bertram Meier

Als 62. Nachfolger des heiligen Bistumspatrons Ulrich wurde Bertram Meier am 6. Juni 2020 durch den Münchner Kardinal Reinhard Marx zum Bischof von Augsburg geweiht. 1960 in Buchloe geboren und in einem konfessionsverbindenden Elternhaus in Kaufering aufgewachsen, studierte er von 1978 bis 1980 Theologie und Philosophie an der Universität Augsburg und von 1980 bis 1986 an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, wo er am 10. Oktober 1985 durch den Wiener Kardinal Franz König die Priesterweihe empfing.

1989 wurde Meier an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom mit einer Dissertation über das Kirchenverständnis des Pastoraltheologen und Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer zum Doktor der Theologie promoviert. Einem Jahr als Kaplan in Neu-Ulm folgte 1990 eine Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie in Rom.

Bischof Dr. Bertram Meier

Von 1991 bis 1996 war Bertram Meier als Geistlicher in der Diözese Augsburger tätig – unter anderem als Stadtpfarrer, Dekan und Regionaldekan in Neu-Ulm. 1996 für die Tätigkeit am Vatikanischen Staatssekretariat freigestellt, leitete er dort bis 2001 die deutschsprachige Abteilung. Gleichzeitig war er stellvertretender Rektor am Priesterkolleg Campo Santo Teutonico und Dozent für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana.

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland 2002 bekleidete Meier zahlreiche herausragende Positionen auf Diözesan-, Landes- und Bundesebene. Sein besonderes Engagement galt dabei der Förderung der Zusammenarbeit zwischen den christlichen Religionen und dem interreligiösen Dialog.

Nach der Emeritierung von Bischof Konrad Zdarsa 2019 bis zu seiner Bischofsweihe 2020 leitete Bertram Meier das Bistum Augsburg als Diözesanadministrator. Er ist Mitglied der Ökumenekommission und der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz sowie Bischöflicher Delegierter für die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) und vertritt die Deutsche Bischofskonferenz beim Runden Tisch der Religionen in Deutschland.

Bischöfliches Ordinariat Augsburg
Fronhof 4
86152 Augsburg
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www.bistum-augsburg.de

Zum Drehort: Wieskirche

Vor der eindrucksvollen Kulisse der Ammergauer Alpen errichtete der bedeutende Rokokobaumeister Dominikus Zimmermann bei Steingaden zusammen mit seinem Bruder, dem Münchner Hofmaler Johann Baptist, 1745 bis 1754 sein Meisterwerk: die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies, besser bekannt als Wieskirche – eine der berühmtesten Rokokokirchen der Welt und seit 1983 UNESCO-Weltkulturerbe.

Ihre Entstehung verdankt sie einem Tränenwunder: Im Juni 1738 soll eine Bäuerin Tropfen in den Augen einer einfachen Holzfigur des leidenden Heilands an der Geißelsäule entdeckt haben. Daraufhin entwickelte sich ab 1740 bei der alten Wieskapelle nahe der heutigen Kirche eine rege Wallfahrt, die bald europaweite Bekanntheit erlangte.


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