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Pflanzen Die schönsten Zimmerpflanzen von früher bis heute

Einige von ihnen fanden schon vor langer Zeit bei uns ein neues Zuhause, manche sind aus der Mode gekommen, andere werden gerade wiederentdeckt: Pflanzenexperte Andreas Modery nimmt Sie mit auf eine kleine Zeitreise der Zimmerpflanzen - von A wie Anthurie bis Z wie Zimmertanne.

Stand: 11.11.2019

Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis) | Bild: picture-alliance/dpa

Fensterblatt (Monstera)

Fensterblatt (Monstera)

Ihre Wachstumsfreude und ihr Aussehen ist unglaublich! Im trendigen "Used Look", wie eine Jeans mit Löchern und Rissen, präsentiert sich die Monstera. Auch unter dem Namen "Schiefes Fensterblatt" bekannt, zeigt sie ihre dunkelgrün-glänzenden und am Rand geschlossenen Blätter, die mit außergewöhnlichem Lochmuster geschmückt sind. Nicht nur in den tropischen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas klettert sie mit ihren rankenden Trieben in die Kronen mächtiger Urwaldriesen. Auch in einer Wohnung zeigt sie gerne, welche monstermäßige Größe sie erreichen kann. Vorausgesetzt, sie wird nicht durch eine Schere zurechtgestutzt.

Übrigens

Monstera können sehr alt werden und präsentieren dann ihre kolbenartigen Blätter.

Fernsterblatt (Monstera)

Standort

Die Monstera mag einen hellen und halbschattigen Standort, der vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Gießen

Der Wasserbedarf dieser Zimmerpflanze richtet sich nach ihrer Größe und ihrem Standort. Der Wurzelballen sollte aber nie ganz austrocknen.

Blattpflege

Geben Sie etwas Bier auf ein weiches Tuch und putzen Sie damit die Ober- und Unterseiten der Blätter. Das sorgt für Glanz und ist gleichzeitig ein Blattdünger. Wichtig: Verwenden Sie kein Malz-, kein Dunkel- und kein Starkbier, da sie die Spaltöffnungen verkleben.

Flamingoblume (Anthurie)

Flamingoblume (Anthurie)

Erstmals entdeckt wurde diese Schönheit im Jahr 1867 in Ecuador und Kolumbien. Das herrlich glänzende, rote Hochblatt und die herzförmigen Blätter ließen viele Pflanzenfreunde glauben, sie sei eine tropische Diva und schwer zu pflegen. Doch das Gegenteil ist der Fall! Übrigens: Die eigentliche Blüte ist der zylindrisch geformte Kolben. Damit gehört sie zu den Aronstabgewächsen, wie z. B. das Einblatt und die Calla.

Flamingoblume (Anthurie)

Standort

Diese Pflanze aus den Tropen mag einen hellen und warmen Standort, die Anthurie verschmäht jedoch die pralle Mittagssonne. Bei einer Temperatur von 20°C fühlt sie sich am wohlsten.

Gießen

Bitte nur etwa alle acht Tage mit zimmerwarmem, möglichst kalkarmem Wasser gießen. Die Topferde darf antrocknen, aber nicht austrocknen! Vermeiden Sie unbedingt Staunässe. Das Kind der Tropen liebt hohe Luftfeuchtigkeit. Sie können diese Pflanze also gerne "einnebeln", d. h. mit Wasser besprühen.

Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis)

Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis)

Die ersten Schmetterlingsorchideen aus Südostasien landeten im Jahre 1830 in England. Große, farbige Blüten und ausladende Blütenstände ließ eine wahre Orchideen-Manie ausbrechen. Der Name Schmetterlingsorchidee stammt von den zahlreichen herrlichen, "schwebenden" Blüten, die wie Schmetterlinge über der Blattbasis "tanzen". Daher war der Besitz dieser Pflanzen ein absolutes Muss. Jeder, der vermögend war, brauchte somit ein Gewächshaus, denn schließlich mag die Exotin warme Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Die Nachfrage nach neuen Orchideen-Arten war so groß, dass Orchideengärtnereien eigene Scouts hatten. Die Orchideengärtnerei Frederick Sander in der Nähe Londons hatte im ausgehenden 19. Jahrhundert über 20 Orchideenjäger beschäftigt, die weltweit auf der Suche nach neuen Orchideenarten waren.

Schmetterlingsorchidee (Phalaenopsis)

Standort

Der ideale Standort ist hell, aber nicht vollsonnig. Auch halbschattige Plätze wie z. B. Ost- oder Westfenster sind ideal. Nur Südfenster sind tabu, da direkte Sonneneinstrahlung leider für Blattverbrennungen sorgt.

Gießen

  • Phalaenopsis mögen es nicht zu feucht. Einmal pro Woche in kalkfreies, zimmerwarmes Wasser tauchen, das reicht ihr völlig aus. Nicht vergessen: Orchideen mögen keine nassen Füße. Gießen Sie daher überschüssiges Wasser immer weg. Sorgen Sie auch für hohe Luftfeuchtigkeit, z. B. Wasserschälchen oder Einsprühen.
  • Nach der Blüte den Trieb zunächst zurücktrocknen lassen. Dann erst wird die Blütenrispe über einem schlafenden Auge abgeknipst und die Pflanze kann neue Blütentriebe bilden.

Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha)

Die deutsche Kolonialgeschichte ist eng mit dieser Pflanze verbunden. Um 1892 erhielt der kaiserliche Bezirkshauptmann Walter von Saint-Paul-Illaire in Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) ein blühendes Geschenk, das aus den Usambara-Bergen im Nordosten der Kolonie stammte. Für Walter war diese kleine Pflanze so besonders, dass er sie umgehend seinem Vater nach Berlin schickte. Dieser gab sie seinem Freund Hermann Wendland, Oberhofgärtner der Herrenhäuser Gärten in Hannover. Wendland taufte diese Pflanze zu Ehren von Vater und Sohn auf Saintpaulia. Die "Saintpaulia" wurde nach nur wenigen Monaten eine Berühmtheit, sodass bereits 1893, also ein Jahr nachdem sie als Geschenk überreicht wurde, dank des Erfurter Samenzüchters Ernst Benary - aus Berlin Saatgut der Sainpaulia in die ganze Welt geschickt wurde.

Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha)

Standort

Usambaraveilchen mögen es warm, hell bis halbschattig und lieben das Nordfenster. Südfenster vertragen sie überhaupt nicht, da sie auf direktes Sonnenlicht mit einer Gelbfärbung der Blätter reagieren und deutlich weniger blühen. Achten Sie auf eine möglichst gleichmäßige Zimmertemperatur von ca. 20°C und stellen Sie diese Pflanze nicht kälter als 16°C. Zugluft mögen die Usambaraveilchen übrigens ganz und gar nicht.

Gießen

Gießen Sie regelmäßig, am besten mit kalkfreiem Wasser und von unten auf einen Topfuntersatz.

Düngen

Auch eine regelmäßige, zweiwöchige Düngung vom Frühjahr bis zum Herbst wird gerne angenommen, in den übrigen Monaten reicht eine Düngergabe pro Monat.

Zimmertanne (Araucaria)

Aus einer Sträflingskolonie mitten im Pazifik zum Liebling im Wohnzimmer - nur wenige Pflanzen blicken auf eine solche Karriere zurück. Die Zimmertanne stammt von der Norfolk-Insel. Es war Kapitän James Cook, der im Jahr 1774 diese Pflanze sowohl als "Mini" (nur wenige Zentimeter hoch bis zu einer Höhe von 60 Metern) sah und kleine Pflanzen mit nach Hause nahm.

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Araucaria von vielen Gärtnereien in Kultur genommen. Mit ihren weichen Nadeln und ihrer regelmäßigen "Architektur" der Ast-Etagen, wurde sie als "Zimmertanne" zu einer der berühmtesten Topfpflanzen. Im 20. Jahrhundert war sie dann ein "Must-have". Lange Zeit war sie in Vergessenheit geraten, doch jetzt hat sie ihr Comeback.

Zimmertanne (Araucaria)

Standort

Die Zimmertanne steht gerne an einem hellen, aber kühlen Platz. Ist es der Zimmertanne zu warm, "vergeilen" ihre Zweige und es bilden sich nur noch lange, dünne und schwache Äste. Den Sommer verbringt sie gerne im lichten Schatten auf dem Balkon oder der Terrasse.

Gießen

Der Wurzelballen sollte im Sommer immer leicht feucht sein. Bei kühleren Temperaturen im Winter muss die Erde bis zur nächsten Wassergabe bereits abgetrocknet sein. Vermeiden Sie Staunässe! Die Zimmertanne liebt hohe Luftfeuchtigkeit und sollte deshalb ab und zu mit etwas kalkarmem Wasser besprüht werden.

Düngen

Während der Hauptwachstumszeit von März bis August sollte sie alle drei Wochen mit einem Rhododendron-Dünger mit einer geringen Dosis gedüngt werden. Topfen Sie alle 2-3 Jahre mit Rhododendronerde um.


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