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Zahnmedizin Zahnerosion - Wie Säure unsere Zähne schädigt

Zahnerosion ist neben Karies und Parodontitis die größte Gefahr für unsere Zähne. Der Zahnschmelzabbau hat jedoch nichts mit mangelnder Mundhygiene zu tun. Er trifft sogar häufig Personen, die besonders gründlich Zähne putzen. Tipps von Zahnarzt Dr. Dietmar Hellebrand, wie Sie irreparablem Zahnschmelzverlust vorbeugen können.

Stand: 25.01.2019

Früchte und ein Glas Apfelsaft | Bild: colourbox.com

Was versteht man unter Zahnerosion?

Zahnerosion ist der Fachbegriff für die Zerstörung von Zahnschmelz durch Säure. Diese entmineralisiert den Zahn, indem sie Kalzium und Phosphat herauslöst.

Im Anfangsstadium ist eine Zahnerosion kaum zu erkennen, auch nicht für den Zahnarzt. Mit der Zeit werden die Zähne jedoch durchscheinender, gelber (weil das Zahnbein (Dentin) durch den dünner werdenden Zahnschmelz durchschimmert) und extrem schmerzempfindlich, z. B. bei Hitze oder Kälte. Schreitet die Zahnerosion weiter fort, können Risse im Zahnschmelz entstehen, im schlimmsten Fall droht sogar Zahnverlust.

Ursachen

  • Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln, z. B. Obst und Essig, Softdrinks, Fruchtsäfte, Wein, Sekt und Früchtetee
  • Zähneputzen direkt nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln. Durch die Säure wird der Zahnschmelz aufgeweicht. Wird gleich nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln mit der Zahnbürste geschrubbt, wird der Zahnschmelz weggeschrubbt bzw. abgetragen. Auch eine falsche Zahnputztechnik - mit zu viel Druck - schädigt den Zahnschmelz
  • Sodbrennen oder Krankheiten, bei denen sich die Patienten häufig übergeben, denn dadurch gelangt aggressive Magensäure an die Zähne
  • Speichelmangel/Mundtrockenheit
  • Zähneknirschen

Behandlung

Ist der Zahnschmelz erst einmal weg, bildet er sich nicht wieder neu. Die Schäden sind irreparabel. Ist die Zahnerosion schon weit fortgeschritten, kann der Zahnarzt nur noch Reparaturmaßnahmen vornehmen, wie Kunststoffe, Kronen oder Veneers anbringen. Umso wichtiger ist es, Zahnerosion zu stoppen bzw. vorzubeugen.

Vorbeugung

  • Essen Sie Obst in Maßen. Bevorzugen Sie säurearme Obstsorten und Gemüse.
  • Trinken Sie möglichst wenig säurehaltige Getränke (Alkohol, Softdrinks, Fruchtsäfte). Tipp: Trinken Sie säurehaltige Getränke mit dem Strohhalm, dann kommen sie weniger mit den Zähnen in Kontakt.
  • Putzen Sie sich nicht direkt nach dem Essen oder Trinken säurehaltiger Lebensmittel die Zähne! Warten Sie mindestens eine halbe, noch besser eine Stunde. Falls dies nicht möglich ist, spülen Sie vor dem Zähneputzen 1 Minute mit lauwarmem Wasser oder einer fluoridhaltigen Mundspüllösung aus.
  • Vermeiden Sie beim Putzen übermäßigen Druck.
  • Verwenden Sie eine fluoridhaltige Zahncreme. Zudem sollten Sie mindestens einmal pro Woche ein erhöht fluoridhaltiges Gel auf Ihre Zähne geben. Das stärkt den Zahnschmelz und wirkt wie ein Schutzschild. Bitte nicht ausspülen, nur ausspucken.
  • Kauen Sie nach dem Essen zuckerfreien Kaugummi. Das regt die Speichelproduktion an. Die Enzyme im Speichel neutralisieren die Säure. Das enthaltene Xylitol schützt zudem vor Karies.
  • Auch Lebensmittel mit einem hohen Kalziumanteil, wie Milch und Milchprodukte neutralisieren Säure und führen den Zähnen die Mineralstoffe wieder zu. Essen Sie z. B. Obst in Kombination mit Joghurt oder Käse zu Wein.

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