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Zahnmedizin Zahngesundheit und Ernährung

Dass Süßigkeiten nicht gut für die Zähne sind, weiß jedes Kind. Doch es gibt noch einige weitere Lebens- und Genussmittel, die Sie besser meiden sollten, wenn Ihnen die Zahngesundheit wichtig ist. Zahnarzt Dr. Dietmar Hellebrand erklärt, wie sich die Ernährung auf die Zähne auswirkt.

Stand: 12.03.2019

Zahnarzt Dietmar Hellebrand | Bild: BR

Wer seine Zähne gesund halten möchte, fängt am besten bei der Ernährung an. Denn nicht nur Zucker ist schädlich für die Zähne, sondern auch andere in der Nahrung enthaltene Stoffe. Diese können den Zahnschmelz angreifen oder unschöne Verfärbungen verursachen.

Zahnarzt Dr. Dietmar Hellebrand informiert über Zusammenhänge zwischen Ernährung und Zahngesundheit.

 

Welche Lebens- oder Genussmittel kannst du buchstäblich "an den Zähnen ablesen"?

Man kann relativ viel durch Verfärbungen an den Zähnen erkennen, z. B. ob jemand viel Tee oder Kaffee trinkt und raucht.  

Sind Zahnverfärbungen nur für die Optik unschön oder gibt es einen medizinisch relevanten Aspekt?

Verfärbungen sind meist nur eine ästhetische Einbuße. Es sei denn, sie werden durch säurehaltige Lebens- und Genussmittel verursacht, durch die nämlich die Zahnhartsubstanz angegriffen wird. Da wird der Zahnschmelz auf Dauer regelrecht weg geäzt und wächst bekanntlich auch nicht nach. Auch dadurch werden Zähne gelblicher, das Dentin im Zahninneren scheint durch. Zudem werden die Zähne anfälliger für Karies und oft empfindlicher auf thermische und chemische Reize.

Welche Lebens- und Genussmittel greifen den Zahnschmelz an?

Dazu gehören

  • alle säure- und zuckerhaltigen Lebensmittel, z. B. Rotwein
  • essigreiche Nahrung
  • Sojasoße
  • Fruchtsäfte und Cola
  • alle Arten von zuckerhaltigen Softdrinks
  • Süßigkeiten
  • zuckerhaltige Kaugummis und Ähnlichem.
  • Achtung auch bei übermäßiger Einnahme von Vitamin C (Ascorbinsäure) in Pulverform, auch dieses greift den Zahnschmelz sauer an.

Vor allem bei häufigem Konsum dieser Lebensmittel wird der Zahnschmelz geschädigt und ist damit viel anfälliger für Zahnerkrankungen als ein gesunder Zahnschmelz.

Was hältst du von Zahnpflegekaugummis in diesem Zusammenhang?

Gegen unschöne Verfärbungen bringen solche Kaugummis relativ wenig. Grundsätzlich aber können sie durchaus einen positiven Effekt haben: Das Kaugummikauen regt den Speichelfluss an, wodurch ein saurer pH-Wert in Richtung neutraler gepusht wird. Der Speichel sorgt zudem für Remineralisierung, regt also die Versorgung der Zähne mit Mineralien an, was wiederum das Kariesrisiko vermindert. 

Hast du noch weitere Ernährungstipps für eine gute Zahngesundheit?

Lassen Sie Ihre Zähne das tun, wofür sie da sind: Kauen! Wählen Sie nicht immer das weiche Toastbrot, sondern greifen Sie zu einem Vollkornbrot, knacken Sie lieber Rohkost als weich gekochtes Gemüse. Denn beim kräftigen Kauen wird das Zahnfleisch "massiert" und die Speichelproduktion angeregt. Beides unterstützt die Zahngesundheit.

Es heißt, Kalzium sei gut für die Zähne, ist das richtig?

Das gilt vor allem für das Zahnwachstum, also während der Kindheit und Jugend. Kalzium steckt in milchhaltigen Lebensmitteln wie Joghurt und Quark, aber auch in Sesam und Nüssen.


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