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Service: Wirtshaustipp Gasthof "Straub" in Pfaffenhofen

"Von Jugendstil und Bauersleut' …" In Pfaffenhofen an der Zusam steht mitten im kleinen Ort ein dreistöckiges, imposantes Bauernhaus. Vorne drauf prangen neben dem gemalten Herrgott die Worte "Gasthof Straub" und damit sind wir bei einem ganz besonderen Gasthof in dieser Region. Die Familie Straub ist seit vielen Generationen eine Bauernfamilie, die "nebenbei" ein Gasthof betreibt. Und das ist auch noch heute so, allerdings anders als gewohnt: Geöffnet ist nur am Sonntagmittag oder nach Voranmeldung ab 10 Personen.

Stand: 07.05.2014 | Archiv

Wolfgang Schneider - der Wirtshaus-Experte | Bild: BR / Markus Konvalin

Beim Gasthof Straub kommt Wolfgang Schneider ins Erzählen und Schwärmen: "Seit fast zwei Jahren bin ich jetzt für 'Wir in Bayern' unterwegs und schau' mir Wirtshäuser in ganz Bayern an, aber so eine außergewöhnliche und schöne Wirtsstube wie hier habe ich noch nie gesehen. Mit viel Liebe zum Detail wurde sie 1996 zusammen mit dem Landesamt für Denkmalpflege originalgetreu rekonstruiert. So wurde zum Beispiel die sehenswerte Decke wieder komplett hergestellt. Holz, vor allem Eiche, dominiert. Platz ist für knapp 50 Gäste. Das kleine Nebenzimmer ist als Separee mit einem Tisch erhalten geblieben. Da saßen früher die Honoratioren des Dorfes zusammen: der Pfarrer, der Lehrer, der Bürgermeister."

Die Geschichte des Wirtshauses

"Dort ist vermutlich schon im 15. Jahrhundert ein Wirtshaus samt Landwirtschaft und Brauerei gestanden. Die Liegenschaft gehörte zum Stift St. Stephan in Augsburg", so der Experte. "Im Zuge der Säkularisation ist das Anwesen in den Besitz der Familie Straub gelangt und wurde 1803 neu aufgebaut. Und genau so steht es jetzt noch da. Wirtschaft und Landwirtschaft gibt es noch, die Brauerei wurde 1968 aufgegeben. In Familienbesitz ist es in der 5. Generation."

Anreise

Adresse
Gasthof Straub
Am Dorfanger 29
Pfaffenhofen a. d. Zusam
86647 Buttenwiesen

Telefon: 08274 241

Anfahrt
Für Mittelfranken und Oberbayern fast gleich weit. Von München knapp 100, von Nürnberg aus 20 Kilometer mehr.

Öffnungszeiten
Nur am Sonntag oder auf Vorbestellung. Aber mindestens 10 Leute müssen es sein.

Küchenart

Rustikale Stube

Wirtshausexperte Wolfgang Schneider hat sich kundig gemacht: "Bayerisch-schwäbisch, gut bürgerlich. Maximal fünf Gerichte stehen auf der Speisekarte. Mir gefällt so was, weil es einem die Auswahl erleichtert. Gute schwäbische Hausmannskost wird angeboten mit Rinderbraten, Rehbraten, Schnitzel und Schweinsbraten. Als Beilagen saisonales Gemüse, Blaukraut, Semmel- und Kartoffelknödel. Und natürlich die schwäbische Nationalbeilage: die Spätzle. Die Köchin und Chefin Edith Straub war auf der Haushaltsschule, hat viel von ihrer Tante, einer Köchin, gelernt und verfügt mittlerweile selbst über 40 Jahre Kocherfahrung. "

Außergewöhnlich, wenn nicht sogar einmalig: Die Speisen werden auf einem riesigen Holzofen zubereitet.

Wolfgang Schneiders Vorspeise

Schneiders Vorspeise: Festtagssuppe

"Es gab genau das Richtige für die kalte Jahreszeit, eine wunderbare warme Suppe", sagt Wolfgang Schneider. "Selbstverständlich alles natur- und handgemacht, eine sogenannte 'Festtagssuppe' mit je einem gebackenen Griesknödel, einem Brät- und Lebernockerl sowie einem Brätstrudel. Dekoriert mit Schnittlauch - das bringt nicht nur den Schwaben in der kalten Jahreszeit wieder auf die Beine."

Die Hauptspeise

Schneiders Hauptspeise: Spanferkel mit Kartoffelknödel und Blaukraut

"Das Spanferkel vom  eigenen Hof mit den klassischen Beilagen: Kartoffelknödel und Blaukraut. Ein mehr als ehrliches Gericht, Soße kann der Gast übrigens jederzeit nachbestellen.

Zwei besondere Kniffe der Köchin: Altes Brot bindet und gibt der Soße einen kräftigen Geschmack und ins Blaukraut kommt neben Salz, Pfeffer und Essig auch Apfelmus und Bitterschokolade. Eine wirklich prima Kombination."

Preise

Das Spanferkel 9,20 Euro. Für diesen Preis gibt es auch noch einen Salat dazu. Die Suppe 2,80 Euro. Hauptspeisen von 7 bis 13 Euro.

Freizeittipp

Der Jugendstilsaal

Heute mal ein ungewöhnlicher, aber umso spannenderer Vorschlag des Bayernkenners: "Einen Stock höher gehen und dort über einen Jugendstilsaal staunen. Am besten dann, wenn dort Kabarett geboten wird. Denn viele bekannte bayerische Kabarettisten probieren dort aus, ob ihr neues Programm auch funktioniert: Gerhard Polt war schon da, Andreas Giebel, Helmut Schleich, Christian Springer und Maxi Schafroth. 150 Gäste haben in diesem wunderschönen Saal Platz. An der Decke findet man Porträts der Großeltern der jetzigen Seniorchefs.


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