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Wirtshaustipp "Die Schweizer Wirtin" in Lenggries

Das wunderschön im Isarwinkel gelegene Wirtshaus "Die Schweizer Wirtin" mit seiner klassischen, bodenständigen Küche und dem bäuerlichen Flair, hat Wirtshausexperte Wolfgang Schneider sehr beeindruckt. Und er hat einen ganz besonderen Freizeittipp für Sie, der in gewisser Weise auch ein kulinarisches Highlight ist.

Stand: 24.10.2018 | Archiv

Schweizer Wirtin | Bild: BR

Das Besondere an diesem Wirtshaus

"Zunächst einmal ist dieses Wirtshaus eingebettet in die traumhafte Landschaft des Isarwinkels, ein besonders schönes Stück Bayern. Interessant finde ich auch den Hausnamen des Anwesens 'Schweizerbauer', deshalb heißt das Wirtshaus auch 'Schweizer Wirtin'. Und das kam so: Während des 30-jährigen Krieges wurden 40 Schweizer Kühe aus dem kurfürstlichen Hofstall in Schleißheim (bei München) auf diesen Hof gebracht, um sie vor den Schweden in Sicherheit zu bringen. Diese haben aber das Versteck ausfindig gemacht und die Tiere wieder weggetrieben. Allerdings haben anschließend tapfere Männer aus Bad Tölz den Schweden die Kühe wieder abgenommen. 1632 war das und demnach haben wir es hier mit einer sehr alten Hofstelle zu tun. Der Schweizerbauer war aber nicht nur Landwirt, sondern über Jahrhunderte hinweg auch Gastwirt. Seit 35 Jahren ist nun Barbara Hipp die Wirtin und Köchin. Das Haus sieht aus wie ein schmuckes Bauernhaus in dieser Gegend auszusehen hat, mit vielen Geranien an den umlaufenden Holzbalkonen. Die beiden Stuben aus dem 18. Jahrhundert konnten leider nicht zur Gänze erhalten werden, da haben sich die 1960er Jahre doch ein wenig bemerkbar gemacht. Nach wie vor besitzen diese Gasträume aber mit den hölzernen Wandverkleidungen und den Balken an der Decke bäuerliches Flair und wirken wirklich urgemütlich. Umlaufende Eckbänke gibt's in beiden Räumen und in einer Stube existiert sogar noch der alte Eichenboden, dem man ansieht, dass hier schon viele Menschen ein- und ausgegangen sind."

Küchenart

"Auf ihrem Weg durch gastronomische Betriebe in der Schweiz und in Bayern hat sich Barbara Hipp das Kochhandwerk selbst angeeignet. Die Wirtin und Köchin liebt ihren Beruf und hier vor allem die bayerische, bodenständige Küche. Die regionalen Produkte will sie, wie sie selbst sagt 'schlicht zubereiten' und sich keinesfalls verkünsteln. Neben Klassikern wie Kalbstafelspitz oder Schnitzel nimmt das Schmankerl aus der Region einen festen Platz auf der Speisekarte ein. Genau wie verschiedene Innereien, denn 'immer mehr Gäste schätzen Lüngerl, Leber oder Nieren, aber durchaus auch mal eine Kalbszunge', erklärt die Wirtin."

Wolfgang Schneiders Hauptspeise

"Meine Wahl fiel auf ein Schmankerl aus der Region, nämlich eine Rehkeule, ganz klassisch mit einer Wild-Rotwein-Soße. Dazu gab es Schwammerl und Schwarzbrotknödel sowie Blaukraut und Rosenkohl. Ein bodenständiges Gericht, das perfekt in diese waldreiche Gegend passt. Gut hat's gschmeckt!"

Wolfgang Schneiders Nachspeise

"Kompliment auch für die Nachspeise, Topfenschmarrn mit Zwetschgenröster. Einfach, aber wirkungsvoll luftig zubereitet, wobei das Eiklar extra aufgeschlagen wird. Zudem schwört die Köchin auf einen Schuss Rum. Jetzt weiß ich, warum dieser Schmarrn der süße Renner des Hauses ist."

Preise

Die Rehkeule kostet 19 Euro, der Topfenschmarrn 10 Euro. Weitere Hauptgerichte zwischen 13 und 30 Euro (Rehrücken).

Öffnungszeiten

  • Warme Küche: 11.30 bis 14.00 Uhr und 17.30 bis 21.30 Uhr
  • Nachmittags: Kaffee, Kuchen, Brotzeiten und kleine, warme Gerichte.
  • Ruhetage: Montag und Dienstag
  • Das Wirtshaus ist nicht barrierefrei!


Adresse

"Schweizer Wirtin"
Barbara Hipp
Schlegldorf 83
83661 Lenggries
www.schweizer-wirt.de/
info@schweizer-wirt.de

Anreise

Von München aus sind es ca. 60 km, von Nürnberg aus ca. 230 km.

Freizeittipp

"Direkt bei der 'Schweizer Wirtin' führt der Höhenweg vorbei. Wenn Sie, wie Barbara Hipp und ich, Richtung Wackersberg spazieren, werden Sie nicht nur ein beeindruckendes Bergpanorama sehen, sondern - wenn's Wetter passt - auch viele Kühe. Unser Ziel war der über 400 Jahre alte Beindlhof, der bei Wanderern und Mountainbikern sehr beliebt ist, weil es dort Eis gibt, das die Bäuerin Monika Kniegl macht, aus der Milch der hofeigenen Kühe. Mein Vanilleeis mit viel Eigelb und echter Vanille war eine durchaus cremige Sache. Genau wie das Mandel-Krokant-Eis, das die 'Schweizer Wirtin' hatte. Ein Becher kostet zwei Euro."


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