BR Fernsehen - Wir in Bayern


0

Wirtshaustipp Restaurant und Hotel "Michels Stern" in Marktbreit

Dass drei Generationen harmonisch unter einem Dach leben und arbeiten, bekommen nur die wenigsten Wirtsfamilien hin. Im traditionellen Familienbetrieb der Familie Michel in Marktbreit, im unterfränkischen Landkreis Kitzingen, ist das gelungen. Gemeinsam kümmern sie sich um ihr Restaurant "Michels Stern". Auch der Gewölbekeller ist etwas Besonderes. In ihm lagern rund 200 verschiedene Weine aus ganz Franken.

Stand: 28.09.2020

"Michels Stern" aussen  | Bild: BR

Das Besondere an diesem Wirtshaus

"Es ist ein traditioneller Familienbetrieb mit einer außergewöhnlich großen Weinauswahl. Gut 200 verschiedene Weine aus ganz Franken lagern im Gewölbekeller von Stefan Michel. Ein Weinliebhaber, der auch Einsteigern das Thema Wein sympathisch näherbringen möchte und zu jedem Gericht den passenden Tropfen findet.
Gemeinsam mit seinem Bruder Wolfgang und den jeweiligen Ehefrauen schmeißen die Vier seit 2006 das Wirtshaus des Urgroßvaters. Stefan kümmert sich dabei um die Gäste und den Wein, während Bruder Wolfgang in der Küche das Sagen hat. Drei Generationen leben und arbeiten hier harmonisch unter einem Dach. Das alleine ist schon eine Besonderheit, die nur wenige Wirtsfamilien gebacken bekommen.
Das Wirtshaus ist seit rund 100 Jahren in Familienbesitz. Die Einrichtung aus den 80er Jahren kommt einfach daher und der ein oder andere würde vielleicht sogar sagen, dass der Gastraum leicht in die Jahre gekommen ist. Aber weil die 80er gerade wieder voll im Trend sind und die dunklen Balken einen hellen Anstrich erhalten haben, wirken die ca. 40 Jahre alten Bänke fast schon wieder hip."

Fränkisch-mediterrane Küche

"Wo früher Gerichte wie 'Toast Annabell' und vier verschiedene Schnitzel auf der Speisekarte standen, wird heute traditionell fränkisch bis mediterran gekocht. Zubereitet wird in der Slow-Food-Küche, was der Saisonkalender gerade hergibt: Im Herbst Wildfleisch und Pilze, im Frühjahr Erdbeeren und Spargel. Wenn der Hofladen im Nachbarort mal wieder zu viel Bärlauch gepflückt hat, wird kurzerhand der Mixer angeschmissen und eingeweckt. Auch Exoten wie ein Kalbskopf oder Riesengarnelen schaffen es immer mal wieder auf die Speisekarte.
Ihr Handwerk haben Stefan und Wolfgang Michel in Franken erlernt, aber erst durch die vielen Auslandsaufenthalte kam das Knowhow der Spitzengastronomie dazu."

Die Vorspeise: Rehterrine mit Waldorfsalat

"Für die Rehterrine wird das Fleisch aus der Keule gelöst. Die Farce stellt Wolfgang dann aus den Fleischstücken, Salz, Pfeffer, Wacholder und Sahne her. In die Terrinen-Form gesellen sich Karottenwürfel, kleine Rehfilets und die hausgemachte Wild-Farce. Das Ganze landet dann für 1,5 Stunden bei 105 Grad im Ofen. Anschließend muss die Terrine abkühlen, damit sie beim Aufschneiden nicht auseinanderfällt.
Auch der Waldorfsalat wird ganz klassisch mit Selleriestreifen, Apfelstücken, Walnüssen und Mayonnaise zubereitet.
Die kompakte Terrine besticht durch eine ausgewogene Wild-Note, etwas Struktur und Cremigkeit. Kombiniert mit dem Waldorfsalat ist diese Vorspeise ein wunderbarer Einstieg in den kulinarischen Herbst!"

Die Hauptspeise: Gebratene Kalbsleber mit Kartoffelpüree und Apfel-Balsamico-Zwiebeln

"Für den Hauptgang muss die Kalbsleber zuerst von Sehnen und Haut befreit werden. Gesalzen werden die Innereien erst zum Schluss, da die Leber sonst nach dem Braten eine ledrige Haut bekommen würde. Auch durchbraten sollte man die Leber nicht, da sie zu zäh werden könnte.
In eine zweite Pfanne kommen Zwiebel, Äpfel, Butter und Balsamico-Essig. Einreduziert bildet diese Kombination die Soße für den Hauptgang.
Für das Kartoffelpüree kocht Wolfgang klassisch Kartoffeln, drückt sie durch eine Presse und verfeinert den Stampf mit Milch, Muskat, Butter und Salz.
Es hat lange gedauert, bis ich mich an Innereien-Gerichte herangetraut habe, aber heute bestelle ich auch gerne das Leibgericht meiner Mutter. Die Leber war schön saftig gebraten, das Kartoffelpüree cremig und die Balsamico-Zwiebeln sorgten für den nötigen Biss. Ein grundsolider Hauptgang!"

Preise

"Die beiden Jungs wollen jedem den Zugang zu gutem Essen ermöglichen. Deshalb teilen sich die Hauptgänge auch in zwei Kategorien auf:
Im Bereich 'klassischer Stern' finden Gäste traditionelle Wirtshaus-Klassiker wie Hähnchen, Schwabentopf oder Schnitzel. Diese Gerichte kosten alle um die 15 Euro.
Im Bereich 'feiner Stern' sind gehobene Gerichte wie Lammrücken oder Saibling aufgeführt. Diese Speisen kosten etwas über 20 Euro.
Außerdem gibt es auch immer ein 4-Gang-Menü, das mit 41 Euro deklariert ist.
Für die hausgemachte Rehterrine habe ich 10,90 Euro bezahlt und für die Leber waren es 17,50 Euro."

Adresse

Michels Stern
Bahnhofstraße 9
97340 Marktbreit

Tel: 09332-1316
Fax: 09332-1399
post@michelsstern.de
https://www.michelsstern.de/

Dieses Restaurant ist nur zum Teil barrierefrei.

Anreise

"Marktbreit ist sowohl öffentlich, als auch über die Autobahn gut zu erreichen. Die Autobahnkreuze Bibelried und Kitzingen-Schwarzach befinden sich quasi direkt vor der Haustür. Mit dem Zug erreichen Sie Marktbreit von Würzburg aus in nur 20 Minuten.
Der Ort liegt außerdem direkt am Mainradweg, weshalb sportliche Gäste auch gerne mit dem Fahrrad oder dem E-Bike anreisen können."

Öffnungszeiten

Dienstag                                 17.30 bis 23.00 Uhr
Freitag bis Montag                 11.30 bis 14.30 Uhr und 17.30 bis 23.00 Uhr
Mittwoch und Donnerstag      Ruhetag

Freizeittipp

"Marktbreit befindet sich mitten im fränkischen Weinland, weshalb ich Ihnen eine herbstliche Wanderung durch die angrenzenden Weinberge nur empfehlen kann. Auch mit dem Fahrrad ist die Region entlang des Mains wunderbar zu erkunden.
Wer sportliche Aktivitäten jedoch scheut, kann sich in einem der unzähligen Weingütern mit fränkischem Wein eindecken. Ob Buntsandstein, Muschelkalk, Silvaner oder Riesling - wer die Wahl hat, hat die Qual!
Ich bin mit dem Mountainbike am Main entlang durch die Frickenhausener Weinberge, vorbei am 'terroir f'-Aussichtspunkt, bis zum VDP (Verband deutscher Prädikatswinzer) -Weingut Bickel-Stumpf gefahren. Melanie und Matthias haben hier die Weinberge der Eltern übernommen. Mit 90.000 Flaschen und 12 ha gehört es zu den kleineren VDP Weingütern in Franken.
Wenn Sie zuvor in 'Michels Stern' einkehren, sollten Sie sich am besten von Weinkenner Stefan Michel ein Weingut in der Nähe empfehlen lassen, da er Ihren Geschmack dann sicherlich besser kennt als ich."

"Das Wirtshaus 'Michels Stern' ist bodenständig und hat eine außergewöhnlich große Weinauswahl. Dass die Wirte versuchen, qualitativ hochwertiges Essen jedem zugänglich zu machen, hat mir besonders imponiert."

Andi Christl, Wirtshausexperte


0