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Wirtshaustipp Restaurant "Meyers Keller" in Nördlingen

Wirtshausexperte Andi Christl hat sich diesmal ein Gourmetrestaurant angeschaut, das zwar nichts für den kleinen Geldbeutel ist, dafür aber hochwertiges Essen und eine familiäre Atmosphäre zu bieten hat. Seit 2009 besitzt "Meyers Keller" durchgängig einen Michelin-Stern und sein Koch, Joachim Kaiser, wurde 2017 zum "Koch des Jahres" gekürt.

Stand: 19.06.2020 | Archiv

Restaurant "Meyers Keller" in Nördlingen  | Bild: BR

Das Besondere an "Meyers Keller"

Andi Christl: "Zwei Generationen lang wurde hier Bier gebraut, bis Joachim 'Jockl' Kaiser und seine Frau Evelin die ehemalige Familienbrauerei zu einem Gourmetrestaurant umgebaut haben. Seit 2009 besitzt der Meyers Keller durchgängig einen Michelin-Stern, 2017 kürte GUSTO den Nördlinger zum Koch des Jahres.

Bekannt ist der Sternekoch neben seinen Kochkünsten für sein Handwerk und seinen 'Rieser Culatello Riserva', einem hauseigenen Schinken von Schwäbisch-Hällischen Schweinen. Der Schinken reift mindestens 30 Monate im ehemaligen Eiskeller des Gebäudes.

Ein Blickfang ist der ruhig gelegene Biergarten, in dem früher das hausgebraute Bier ausgeschenkt wurde. Unter großen Bäumen, die in den Sommermonaten kühlenden Schatten spenden, lässt es sich wunderbar abschalten und mit verschiedensten Slowfood-Spezialitäten verwöhnen."

Die Küche

"Die Devise von Jockl Kaiser lautet: 'Qualität vor Bio!' Bei ihm steht immer die Qualität des Produktes im Vordergrund, 'weil biologische Zutaten nicht immer automatisch die besten sind'. Neben Gourmetmenüs und ausgefallenen Kompositionen, findet man auf der Speisekarte auch Wirtshausklassiker wie das Blutwurstgröstl oder ein Wiener Schnitzel.

Das bodenständige Menü 'Leib und Seele' besteht aus sieben Klassikern der alpenländischen Küche und wird rustikal in Töpfen und Pfannen serviert. Experimentierfreudige Gäste lassen sich das Überraschungsmenü schmecken oder wählen zwischen dem Drei- bis Sieben-Gänge-Gourmetmenü.

Verarbeitet werden in der Küche vor allem regionale Spezialitäten, die oft eigens für Jockl und seine Crew angebaut werden. Es wird fermentiert, eingeweckt und getrocknet, wodurch Lebensmittel, die den perfekten Reifegrad erreicht haben, haltbar gemacht werden. Gemüse, Fleisch und andere Zutaten stammen also fast ausschließlich von regionalen Lieferanten, mit denen der Küchenchef auf einer Wellenlänge ist."

1. Gang: Huchenfilet mit Graupenrisotto, gedünstetem Senfkohl und Amalfi-Zitronen

"Der Huchen stammt aus einer Zucht im oberbayerischen Kinsau, die keine konventionellen Futter-Pellets, sondern ausschließlich kleine Forellen an die großen Fische verfüttert. Das Filet wird mit einer Fischfarce und Bärlauchpesto bestrichen, zusammengeklappt und in Folie sous-vide (unter Vakuum) gegart. Den Senfkohl dünstet Jockl mit etwas Butter und Salz an. Die Amalfi-Zitronen werden dreimal blanchiert, damit die bittere Note verschwindet, anschließend mit Zitronensaft und Zucker aufgekocht, in große Gläser eingelegt und so haltbar gemacht. Angerichtet wird zuerst das Graupenrisotto. Danach platziert der Sternekoch blanchierte Senfsaat, eingelegte Weichselblüten und das Huchenfilet auf dem Teller. Die eingelegten Amalfi-Zitronen werden fein gewürfelt und landen als Topping auf dem Fisch. Zusätzlich wird aus der Zitrusfrucht und Fischfond eine leichte Soße gezogen, die das Gericht perfekt abrundet."

2. Gang: Rieser Heide-Zicklein mit Erbsenpüree und grünen Aromen

"Das regionale Fleisch wird sous-vide gegart, anschließend auf dem Grill scharf angebraten und mit Salz gewürzt.

Für das Erbsenpüree werden Erbsenschoten blanchiert, entsaftet und mit der Erbsenfrucht, Zitronensaft, Salz und Muskat zu einem feinen Püree verarbeitet.

Bei den grünen Aromen handelt es sich um Kapuzinerkresse, Sauerampfer, jungen Spinat, Gurkentapioka-Perlen, Fingerlimetten-Perlen, grünen Tomatenfilets und eingelegten Rapsblüten. Durch die Kräuter wird es zu einem sommerlich-frischen Gang, der gut in die Jahreszeit passt. Abgerundet wird dieser Hauptgang mit einer feinen, hellen Lamm-Jus."

Preise

"Hier speisen Sie in einem Sternelokal, was sich durchaus auf der Speisekarte bemerkbar macht. Preislich liegen Hauptgänge hier zwischen 20 und 40 Euro, was sicherlich nicht für jeden Wirtshausliebhaber erschwinglich ist. Klassiker wie das Blutwurstgröstl kosten 21 Euro, ein Wiener Schnitzel 27,50 Euro und die Gourmetmenüs starten mit drei Gängen bei 60 Euro. Sowohl der Huchen, als auch das regionale Zicklein sind mit 38 Euro auf der Speisekarte deklariert."

Adresse

Wirtshaus Meyers Keller
Marienhöhe 8
86720 Nördlingen
Tel: 09081/4493
https://jockl-kaiser.de/

Das Wirtshaus ist barrierefrei, die Toiletten sind es nicht!

Anfahrt

"Vor über 14 Millionen Jahren ist hier ein Meteorit eingeschlagen. Inmitten dieses Kraters liegt die schwäbische Metropole Nördlingen. Mit der Bahn fahren Sie von Augsburg aus rund 1 Stunde und von Nürnberg aus knapp 1,5 Stunden bis zum Nördlinger Hauptbahnhof. Von dort aus ist es noch ein 20-minütiger Fußmarsch, weshalb eine Anreise mit dem Auto sicherlich entspannter ist."

Öffnungszeiten

Mittwoch 18.00 bis 22.00 Uhr
Donnerstag bis Samstag 12.00 bis 14.00 Uhr & 18.00 bis 22.00 Uhr
Sonn- und Feiertage 11.30 bis 20.30 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag

Um Reservierung wird gebeten.

Freizeittipp: Stadtmauermuseum

"Im Stadtmauermuseum im Löpsinger Torturm erfahren Sie alles über Deutschlands einzige erhaltene Verteidigungsmauer mit voll begehbarem Wehrgang (2.632 m). Etliche Schautafeln, eine Kanone, eine umfangreiche Zinnsoldaten-Sammlung, sowie ein großes Modell der Stadtmauer erklären die Entstehung, Entwicklung sowie Funktionsweise der mittelalterlichen Wehranlage.
Außerdem können Sie im Dach des Turmes einen wunderschönen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die evangelische Stadtpfarrkirche St. Georg, erhaschen.
In den Sommermonaten hat das Museum täglich geöffnet. Der Eintritt beträgt für Erwachsene 2 Euro, für Schüler und Studenten 1,40 Euro."

https://www.noerdlingen.de/point-of-interest/poi/stadtmauermuseum-1/info.html

Das Museum ist nicht barrierefrei!

"Wer gerne Geld für hochwertiges Essen ausgibt und trotzdem auf eine familiäre Atmosphäre im Restaurant wert legt, ist im ‚Meyers Keller‘ genau richtig!"

Andi Christl, Wirtshausexperte


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