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Wirtshaustipp Landhaus Lebert in Windelsbach, Mittelfranken

Entspannte und gemütliche Wohnzimmeratmosphäre mit Eintopf und hausgemachten Rouladen - wer denkt da nicht an seine Oma? In diesem Fall handelt es sich allerdings um ein Wirtshaus in Mittelfranken, dem Landhaus Lebert in Windelsbach. Zwischen Wanduhr und historischem Küchenbuffet werden die Köstlichkeiten von Küchenmeister Manfred Lebert serviert. Er macht zwar keine fränkische Küche, aber Küche mit fränkischen Produkten und das Slow Food zertifiziert.

Stand: 17.02.2021

Landhaus Lebert innen | Bild: BR/Andi Christl

Und so beurteilt unser Wirtshausexperte Andi Christl das Landhaus Lebert:

Entspannte Wohnzimmeratmosphäre

"Das Pendel der Wanduhr schwingt hörbar und erinnert mich an die Küche meiner Oma. Ein alter Holzofen und ein historisches Küchenbuffet im Gastraum mit allerlei hausgemachten Likören und Schnäpsen unterstreichen diesen ersten Eindruck. Durch die entspannte Wohnzimmeratmosphäre lassen sich schnell die Sorgen des Alltags vergessen.
Ich sehe weiße Tischdecken, Stoffservietten, es gibt Weinkühler aus Edelstahl und auch die Gläser wurden genau da am Tisch eingesetzt, wo sie hingehören - direkt über dem Tafelmesser, welches genau einen daumenbreit von der Tischkante entfernt ist.
Seit über 30 Jahren führt Küchenmeister Manfred Lebert das Landhaus zusammen mit seiner Frau Gabi. In dieser Zeit haben sie so viele Gäste überzeugt, dass ihnen auch die Corona-Krise nicht viel anhaben kann. Viele Hauptgänge gibt es aktuell auch eingeweckt im Glas. Allerdings muss man dazu sagen, dass Spezialitäten wie hausgemachte Gewürzmischungen, Chutneys oder Liköre von der hauseigenen Obstwiese schon angeboten wurden, als wir alle noch dachten, dass Corona nur eine Biermarke sei.
Das Haus war ursprünglich ein Bauernhof und im ehemaligen Schlafzimmer befindet sich heute Manfreds Reich, die Küche."

Slow Food zertifizierte Küche mit fränkischen Produkten

"Wir machen keine klassisch fränkische Küche, aber wir machen eine Küche mit fränkischen Produkten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich meinen Gästen Fertigprodukte serviere, lieber biete ich weniger an und mache es dafür selber."

Manfred Reich, Küchenchef


Pfeffermischung, Linsen-Gewürz, Eis, Marmeladen, Hummersuppe, Rouladen, Currys - das alles wird hier hausgemacht. Das, was viele Gastronomen nur behaupten, setzt Manfred tatsächlich um. Regional, saisonal, ohne Zusatzstoffe und von allem das Beste. Hausgäste dürfen gerne Wünsche äußern. Ich würde Ihnen allerdings raten, dass Sie sich einfach etwas von den Wirtsleuten empfehlen lassen.
Manfred kocht nach der alten Schule. Hier werden Knochen ausgekocht, Knödel noch frisch mit der Hand gedreht und dass seine Küche Slow Food zertifiziert ist, muss ich hier eigentlich gar nicht mehr erwähnen. Er gibt seinen Gerichten Zeit, auch den Gästen schenkt er Zeit. Das ist in der heutigen Zeit schon etwas Besonderes, denn wie wir wissen gibt es eine Sache, die wir mit Geld nicht kaufen können, Zeit."

Die Vorspeise: Curry-Eintopf aus Alblinsen, Geflügel und Gemüse

"Wurzelgemüse und Paprika werden in Olivenöl und Butter angeschwitzt und anschließend mit dem hausgemachten Currypulver bestreut. Dieses röstet der Küchenmeister kurz mit in der Pfanne, damit die darin enthaltenen Gewürze, wie Kreuzkümmel, Fenchelsamen oder Kurkuma ihren vollen Geschmack entfalten.
Die Linsen kocht Manfred in einem separaten Topf in Gemüsebrühe und auch das Geflügel wird extra in einer Pfanne angebraten. Nachdem alles zusammengefügt wurde, schmeckt der Küchenchef den Eintopf nur noch mit Salz, Pfeffer und einem Hauch Zimt ab. Ein tolles Gericht für die kalte Jahreszeit."

Die Hauptspeise: Rinderroulade in Rotwein-Gemüsesoße mit Wirsing und Petersilienwurzelpüree

"Die Roulade wird ganz traditionell zubereitet. Auf einer dünnen Scheibe von der Rinderoberschale landen Senf, Speck, Essiggurke und gebratene Zwiebeln. Angebraten von allen Seiten muss sie den Topf aber wieder verlassen, damit das Wurzelgemüse seine Röstaromen bekommen kann. Tomatisiert und mit altem Balsamico verfeinert, wird das Ganze mit Rotwein abgelöscht und mit einer Grundsoße aufgekocht. In diesem Bad schmort die Roulade dann bei geringer Hitze ca. 1,5 Stunden.
Dazu serviert Manfred normalerweise frisch angebratenen Wirsing, ein cremiges Petersilienwurzelpüree und eine Karottencreme. Dieses Gericht ist von vorne bis hinten stimmig, perfekt abgeschmeckt und wirklich sehr, sehr köstlich."

Preise

"Die Rinderroulade kostet inklusive Beilagen 15,50 Euro, aber Selbstabholer bekommen die Roulade im Glas mit Soße bereits für 9 Euro. Mehr möchte Manfred von seinen Gästen auch nicht nehmen, 'weil die Leute es ja abholen, heimfahren und zuhause selbst warm machen müssen.'
Leberts Slow-Food-Küche im Einmachglas kostet zwischen 7 und 9 Euro. Im Normalbetrieb stehen die Hauptgänge zwischen 14 und 30 Euro auf der Speisekarte."

Adresse

Landhaus Lebert
Schloßstraße 8
91635 Windelsbach
Tel: 09867/9570
https://hotel-restaurant-rothenburg.de/

Dieses Wirtshaus ist nicht barrierefrei!

Anreise

"Das Landhaus ist 10 km von Rothenburg ob der Tauber entfernt und gut über die A7 mit dem Auto zu erreichen. Von Ansbach aus dauert die Anreise ca. eine halbe Stunde. Im Sommer ist der Innenhof ein beliebter Stopp für Radfahrer und auch mit dem Motorrad finden Sie hier einen Parkplatz vor dem Haus."

Freizeittipp: Rothenburg ob der Tauber

"Ca. 15 Autominuten entfernt liegt die malerische Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber. Gerade in der Corona-Zeit haben Besucher endlich mal die Möglichkeit, die vielen bunten Fachwerkhäuser und verwinkelten Gässchen, ohne große Touristenmassen zu bestaunen.
Die mittelalterliche Architektur, die Stadtmauer, das Kriminalmuseum oder der Burggarten - in Rothenburg ob der Tauber können Sie ohne Probleme einen ganzen Tag spazieren gehen und es wird Ihnen nie langweilig werden. Bei einem Besuch der historischen Stadt sollten Sie unbedingt auch die Rothenburger Spezialität die sogenannten 'Schneeballen' probieren, die es in fast jeder Bäckerei zu kaufen gibt. Dabei handelt es sich um einen Mürbteig, der dünn ausgerollt, zerschnitten und kugelrund in heißem Fett ausgebacken wird. Besonders gut eignet sich dieses recht trockene Gebäck zur Kaffeestunde."

Fazit

"Im Landhaus Lebert gibt es genau das, was ich an einem guten Wirtshaus schätze. Vielleicht besticht die Einrichtung nicht durch Altholz oder einen klassischen Stammtisch, aber wer bei Manfred und Gabi zu Gast ist, ist schnell zu Gast bei Freunden. Sie gehen auf die Wünsche der Gäste ein, umsorgen sie und servieren ihnen ein Essen das so perfekt abgeschmeckt ist, dass man nicht mal auf die Idee kommt nach Salz oder Pfeffer zu fragen. Ich komme garantiert wieder!"

Andi Christl, Wirtshausexperte


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