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Wirtshaustipp "Schwarzer Adler Waldberg", Bobingen

Gerade in diesen - insbesondere für Wirtshäuser - schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass man fest zusammenhält. Nadine und Tim Dietrich tun es. Sie lieben nicht nur sich, sondern auch ihr Handwerk. Im "Schwarzen Adler Waldberg" bei Bobingen im schwäbischen Landkreis Augsburg finden sowohl Fleischliebhaber als auch Vegetarier und Veganer etwas Passendes. Sofern das Wirtshaus aufgrund von Corona nicht geschlossen haben muss.

Stand: 01.11.2020

"Schwarzer Adler" innen | Bild: BR/Andi Christl

Das Besondere an diesem Wirtshaus

"Wer sich fleischlos ernährt, findet auf vielen Speisekarten bayerischer Wirtshäuser recht wenig Auswahl. Und wer zudem komplett auf tierische Produkte verzichtet, geht oft hungrig nach Hause. Bei Nadine und Tim Dietrich werden sowohl Fleischliebhaber, als auch Freunde der vegetarischen und veganen Küche etwas Passendes finden.
In der Staudenregion sind sie nicht nur für ihr Cordon bleu mit hausgemachten Pommes bekannt, sondern auch für fleischlose, regionale Gerichte, die sich vom Standard-Curry abheben.
Der schwarze Adler erscheint so viel bunter, als es der eintönige Name vermuten lässt. Mit Fachwissen, Erfahrung und Liebe zur Gastronomie haben Tim und Nadine einen Ort geschaffen, der kulinarisch zwischen Augsburg und Landsberg seinesgleichen sucht. 'Einfach, gut bürgerlich', lautet die Philosophie der beiden. Packt man da noch ein 'herzlich, authentisch' dazu, können Sie sich in etwa vorstellen, was Sie im Wirtshaus von Nadine und Tim erwartet.
Seit die beiden den Adler vor zwei Jahren übernommen haben, hat sich an der Einrichtung nicht viel geändert. Die Tische wurden abgeschliffen und neu eingelassen, alte Deko-Artikel wurden gegen neue, stylische ausgetauscht. Hier trifft Alt auf Neu, Jung auf Alt und alles nur, weil Nadine und Tim sich getroffen haben."

Küchenart

"Tim ist gelernter Koch, hat seinen Küchenmeister bereits vor Jahren gemacht und auch schon in der Sternegastronomie gekocht. Er versteht sein Handwerk, das er unaufgeregt, klassisch auf den Teller bringt. Die Gerichte sind sehr gut abgeschmeckt und verarbeitet wird alles, was der Saisonkalender hergibt. Die Arbeitsabläufe in der Küche hat Tim so perfektioniert, dass er die Küche nahezu alleine schmeißt.
Die Speisekarte ist simpel, aber nicht langweilig. Fünf Hauptgänge, ein Tagesgericht, zwei Suppen, zwei Desserts und ganz ehrlich, mehr braucht man auch nicht. Hier wird sowohl bayerisch-schwäbisch gekocht, also auch regional und vegan, was mir wiederum zeigt, dass die zwei auch über den Tellerrand blicken können. In einem kleinen, bayerischen Dorf ist das sicherlich nicht immer der einfachste Weg. Aber in einer Zeit, in der sich in Sachen Wirtshauskultur gerade die Spreu vom Weizen trennt, ist dieser Weg wohl der einzig richtige."

Die Hauptspeise: Maronenstrudel mit geschmortem Kürbis, Blaukraut und Gewürzbirne

"Der Hokkaidokürbis wird halbiert, vom Kernhaus befreit und in Achtel geschnitten. Auf einem Blech landen die Kürbisspalten dann zusammen mit Thymian, Knoblauch und etwas Öl im Ofen.
Für die Füllung des Strudels werden gekochte Maronen, geräucherter Tofu und Zwiebelwürfel angebraten. Diese Mischung vermengt Tim mit gehackten Trockenfrüchten, Semmelknödelbrot, Petersilie und Mandelmilch. Verteilt auf einem Strudelteig, der anschließend zusammengerollt wird, landet der Maronenstrudel für 15 Minuten bei 180 Grad im Ofen.
Dazu serviert der Küchenchef Blaukraut und eine Gewürzbirne. Auch wenn ich das Gericht ca. zwei Monate vor Heilig Abend probieren durfte, erinnerte es mich schon sehr an Weihnachten oder die damit verbundenen Feiern. Wer also keine zwei Monate warten möchte, bis das Christkind kommt, kann sich hier vorab schon mal mit einem gelungenen Hauptgang selbst beschenken.
Die Kombination aus Maronen und Kürbis ist sowieso immer eine sichere Bank und die unterschiedlichen Temperaturen und Texturen machen einfach nur Spaß beim Essen."

Das Dessert: Crème Brûlée von der Tonkabohne mit Milch-Zitroneneis

"Zuerst wird Sahne aufgekocht. Diese wird anschließend mit geriebener Tonkabohne, Zucker und Eigelb vermengt. Alles zusammen landet im tiefen Teller, der dann bei 110 Grad für ca. 30 Minuten im Ofen backen darf. Brauner Zucker und ein Bunsenbrenner machen die Creme dann zu einer Crème Brûlée. Das hausgemachte Milch-Zitroneneis, die dicke Zuckerkruste und die cremige Basis haben so wunderbar miteinander harmoniert, dass ich den Teller bis auf den letzten Löffel aufgegessen habe. Ein Klassiker auf der Dessertkarte von Tim und Nadine, der bitte niemals gestrichen werden darf!"

Preise

"Den Hauptgang gibt es für 14 Euro und das Dessert für 8 Euro. Zwischen 12 und 19 Euro werden für ein Hauptgericht berechnet. Suppen kosten 7 Euro und Desserts 8 Euro. Take Away Essen ist 1-2 Euro günstiger.
Würden die beiden das gleiche Konzept in der Großstadt realisieren, müsste man auf jedes Essen locker nochmal 50 Prozent aufschlagen, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Doch durch die abgelegene Lage können sie ein Preisniveau halten, das für die Qualität absolut angemessen ist."

Adresse

Schwarzer Adler
Bobinger Str. 9
86399 Bobingen-Waldberg

Telefon: 08204-9608558
info@schwarzeradlerwaldberg.de
http://www.schwarzeradlerwaldberg.de/

Dieses Wirtshaus ist barrierefrei.

Anreise

"Genügend Parkplätze sind vorhanden. Eine Anreise mit Auto oder Motorrad ist zu empfehlen, da das kleine Waldberg nur sehr schlecht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Von München aus erreichen Sie den Adler in ca. 1 Stunde und 10 Minuten."

Öffnungszeiten

Donnerstag und Freitag                    ab 17.00 Uhr
Samstag, Sonn- und Feiertag           11.30 bis 14.00 Uhr und ab 17.00 Uhr

Aufgrund der Corona-Pandemie hat auch dieses Wirtshaus im November geschlossen. Sie können sich die Speisen aber mitnehmen.

Freizeittipp: DiscGolf im Luitpoldpark Schwabmünchen

"DiscGolf ist eine moderne Variante des Golfspiels, die ohne große Investition von Jung und Alt gespielt werden kann. Mit Frisbee-Scheiben oder speziellen Golf-Discs wird hierbei ein Hindernisparcours durchgespielt. Dabei wird die Scheibe nicht in ein Loch, sondern in einen Metallkorb geworfen. Wer die 18 Bahnen mit den wenigsten Würfen gemeistert hat, ist der Sieger.
Die Wurfscheiben müssen selbst mitgebracht werden. Die Benutzung der Bahnen ist kostenlos. Der Luitpoldpark eignet sich aber auch einfach nur für einen ruhigen Spaziergang und Kinder können sich am riesigen Spielplatz austoben. Im Winter gibt es einen kleinen Schlittenberg, im Sommer einen Biergarten."

"Genauso wichtig wie der Geschmack des Essens, ist für mich der richtige Umgang mit den Gästen. Ich habe hier zwei Menschen erlebt, die sich nicht nur gegenseitig lieben, sondern auch ihr Handwerk. So lange Nadine und Tim dieses Gefühl an ihre Gäste weitergeben, wird ihr Konzept auch weiterhin ein erfolgreiches sein. Ich komme auf jeden Fall wieder."

Andi Christl, Wirtshausexperte


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