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Wirtshaustipp "Jagawirt zu Aumbach" in Rettenbach

In Rettenbach, einem kleinen Dorf im Landkreis Cham, hat Wirtshausexperte Andi Christl das gefunden, wonach er immer sucht: "Ein authentisches, uriges Wirtshaus, das ohne pseudo-hippe Bayern-Dekoration auskommt und in dem gekocht wird, wie es sich für eine moderne, bayerische Küche gehört." Er stellt Ihnen den "Jagawirt zu Aumbach" in der Oberpfalz vor. Und immer sonntags gibt es Essen zum Mitnehmen!

Stand: 02.12.2020

Jagawirt innen | Bild: BR

Und so beurteilt unser Wirtshausexperte Andi Christl den "Jagawirt zu Aumbach":

Ein Wirtshaus wie eine Jagdhütte

"Schon beim Betreten des Wirtshauses hat man das Gefühl, in einer echten Jagdhütte zu stehen. Hirschgeweihe, historische Bilder, Balken aus einer alten österreichischen Kirche - hier hat sich ein Jäger einen Traum verwirklicht, von dem wir alle etwas haben. Die historischen Räumlichkeiten teilt er nicht nur mit seinen Jagdkollegen, sondern mit jedem einzelnen Gast, der dem Jagawirt einen Besuch abstattet. Die Einrichtung ist stylisch und gleichzeitig traditionell.
Im Jahr 2015 hatte der Verpächter das denkmalgeschützte Haus kernsaniert und Benedikt Hierl 2017 als Wirt für sein uriges Wirtshaus gewinnen können. Hier speist der Landrat zusammen mit dem Landwirt und Touristen trifft man genauso wie die örtlichen Vereine. Am liebsten würde man hier wohnen, so gemütlich ist das Ambiente. Als gebürtiger Oberpfälzer wurde Benedikt sofort von der Dorfgemeinschaft akzeptiert, seitdem möchte er auch nicht mehr weg.
Ein authentisches, uriges Wirtshaus, das ohne pseudo-hippe Bayern-Dekoration auskommt und wo gekocht wird, wie es sich für eine moderne, bayerische Küche gehört."

Moderne, bayerische Küche

"'Wichtig is, dass' eana schmeckt!' So einfach und doch so schwer ist die Küchenphilosophie von Wirt Benedikt. Hier kehren Gäste aus den unterschiedlichsten Schichten ein und das macht sich auch auf der Speisekarte bemerkbar. Ein Dry-aged-Steak für die Gourmets, eine Wild-Lasagne für die Kids oder vier Stück Wildschwein-Bratwürstl für den Bauarbeiter. Jeder soll und wird hier ein passendes Gericht finden.
In den Sommermonaten ist der Wildburger sehr beliebt und auch Vegetarier finden immer ein bis zwei Gerichte, die über die klassischen Käsespätzle hinausgehen.

Rind, Schwein, Wild, Gemüse, Getränke und auch die Schnäpse stammen von regionalen Lieferanten. Benedikt hat die bayerische Küche weiterentwickelt und so kommt es, dass ein Blaukraut auch mal püriert oder ein Rehrücken gebeizt wird."

Die Vorspeise: Gebeizter Rehrücken mit Rote Bete Salat und Burrata

"Dieser gebeizte Rehrücken war eine der besten Vorspeisen, die ich als Wirtshausexperte je probieren durfte. Die Farben auf dem Teller waren herbstlich abgestimmt, doch der Geschmack des Gerichts hat mich keineswegs an die kalte, graue Jahreszeit erinnert. Ein Hauch von Trüffel in der Burrata, dann die verschiedenen Zubereitungsarten der bunten bzw. Roten Bete und als I-Tüpfelchen noch den hausgebeizten Rehrücken mit Sauerrahm. Eins mit Stern!
Der Rehrücken wird in einer Beize aus Zucker, Salz, Wacholder, Thymian und Rosmarin gewendet, mit Bärwurz verfeinert und einvakuumiert. Insgesamt eine Woche ruht das Stück dann und veredelt sich quasi von selbst. Marinierte Kürbiswürfel, Kürbiskernöl und Chicoréeblätter runden den Gang ab."

Der Hauptgang: Kartoffel-Hirsch-Tascherl mit Blaukrautcreme

"Für die Tascherl wird zuerst ein Gnocchiteig aus mehligen, gekochten Kartoffeln, Eiern, Mehl, Grieß, Salz und Muskat hergestellt. Die Füllung besteht aus einer Béchamelsoße, die mit Schwammerl und geschmorten Würfeln aus der Hirschkeule verfeinert wird. Der Kartoffelteig wird platt gedrückt und mit einem kleinen Bällchen der Füllung belegt. Anschließend wird das Ganze verschlossen und eine Art Ravioli geformt. In Salzwasser blanchiert und in Butterbrösel angebraten, erhalten die Tascherl ihren letzten Schliff.
Dazu gesellt sich ein Bett aus püriertem Blaukraut, gebratenen Pastinaken und Birnenspalten. Verfeinert wird das Gericht zuletzt mit Wildjus und schwarzem Trüffel.
Vegetarier können sich die beliebten Tascherl auch mit einer fleischlosen Füllung bestellen.
Das Blaukraut kommt ungewöhnlich cremig daher und die Kartoffeltascherl sind sehr sättigend. Die Birnenspalten verleihen der Pastinake die nötige Frische und der schwarze Trüffel ist ein Finish, das man nicht so oft in bayerischen Gaststätten findet.
Dieser Hauptgang wird vor allem Gäste freuen, die die klassischen, bayerischen Gerichte wie Ente, Kasspatzen oder Schweinebraten satt haben. Er läutet eine neue Epoche in der bayerischen Wirtshauskultur ein.
Aber falls Sie kein Fan von Überraschungen sind und lieber Gewohntes essen möchten: Auf der Karte finden Sie auch frischen Fisch, einen Zwiebelrostbraten oder eine Kugel Vanilleeis."

Preise

"Dem Wirt ist die beste Qualität der Produkte und eine faire Bezahlung der Mitarbeiter sehr, sehr wichtig: 'Wir verkaufen nichts unter Wert. In der Region sind wir sicher nicht die Billigsten.' Aber hier bekommen wir auch etwas fürs Geld. Die 10,90 Euro für die Vorspeise habe ich sehr gerne bezahlt und die 15,90 Euro für den Hauptgang sind alles andere als unverschämt.
Hauptgänge gibt es in einer Preisspanne zwischen 12 und 22 Euro, Vorspeisen kosten zwischen 7 und 10 Euro."

Kontakt

Jagawirt zu Aumbach
Aumbach 117
93191 Rettenbach

Tel: 09484/8969888
www.jagawirt-aumbach.de

Dieses Wirtshaus ist barrierefrei.

Anfahrt

"Immer mehr E-Biker entdecken den Jagawirt für sich. Ich würde Ihnen aber gerade zur kalten Jahreszeit eine Anreise mit dem Auto empfehlen. Im Sommer sind natürlich auch Motorradfahrer herzlich willkommen."

Öffnungszeiten im Winter

Donnerstag bis Samstag: 17.00 bis 23.00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 11.00 bis 14.30 Uhr und 17.00 bis 23.00 Uhr

Achtung:

Dieses Wirtshaus ist bis auf weiteres im Lockdown. Es bietet aber sonntags Essen zum Mitnehmen an.

Freizeittipp: Burgruine Brennberg und Naturschutzgebiet Hölle

"Wanderfreunde erreichen die Burgruine Brennberg nach ca. einer Stunde Fußmarsch. Mit dem Fahrrad sind es ca. 20 Minuten und mit dem PKW benötigen sie etwa 10 Minuten.
Die Burgruine ist frei zugänglich und bietet neben jeder Menge historischer Informationen eine wunderschöne Aussicht über die Landkreise Regensburg, Straubing und Cham. Auch Events wie Konzerte, Open Air-Kinoabende oder Hochzeiten finden hier statt.
Eine weitere Empfehlung wäre das Naturschutzgebiet Hölle, das ebenfalls nur wenige Kilometer vom Wirtshaus entfernt ist. Wer auf der Suche nach einer Auszeit ist, findet hier beeindruckende Gesteinsformationen und einen rauschenden Wildbach, der die Sorgen des Alltags schnell verfliegen lässt."

"Ein beeindruckendes Gebäude und eine urige, authentische Einrichtung wurden hier mit einer abwechslungsreichen Speisekarte kombiniert, die nicht nur wegen der frischen Wildspezialitäten überzeugt. Benedikt ist ein Oberpfälzer Original, der sein Wirtshaus mit der nötigen Gelassenheit führt. Durch seine entspannte Art kommt er nicht nur bei der Dorfgemeinde gut an, sondern auch als Gast fühlt man sich in seinem Gastraum sofort wohl. Der Jagawirt ist ein absoluter Geheimtipp und einen Besuch kann ich Ihnen nur wärmstens ans Herz legen."

Andi Christl


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