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Wirtshaustipp Restaurant "SoulFood" in Auerbach/Oberpfalz

"Wir haben nix geschenkt bekommen, wir haben uns alles selbst aufgebaut und es ist jetzt ein Wahnsinnsgefühl, im eigenen Restaurant mit einem Stern", so beschreibt Küchenchef Michael Laus ganz stolz die grandiose Auszeichnung, die er und sein Team am 12. November erhalten haben. Und dieser Stolz ist uneingeschränkt berechtigt.

Stand: 22.12.2015 | Archiv

Restaurant SoulFood in Auerbach außen | Bild: BR

Das ist das Besondere am "SoulFood"

"Dass es ein ganz junges Team geschafft hat, sich einen Michelin-Stern zu erkochen. Dazu gehören ungeheurer Fleiß, handwerkliche Perfektion, Kreativität und dann natürlich erstklassige Produkte bei maximaler Frische. 'Wir haben nix geschenkt bekommen, wir haben uns alles selbst aufgebaut', hat Küchenchef Michael Laus mir ganz stolz erzählt und für ihn 'ist es ein Wahnsinnsgefühl, im eigenen Restaurant mit einem Stern'."

Am 12. November hat die 'SoulFood'-Mannschaft von der Auszeichnung erfahren und dann herrschte Ausnahmezustand. Zwei Tage wurde gefeiert, scharenweise kamen die Gäste, um zu gratulieren. Laus, 30 Jahre alt, gebürtiger Auerbacher, hatte bisher in Frankfurter Sternelokalen als stellvertretender Küchenchef gearbeitet. Zusammen mit seiner Lebenspartnerin, der 33-jährigen Christine Heß, ihres Zeichens Köchin und Restaurantfachfrau, hat er das 'SoulFood' vor knapp vier Jahren eröffnet. Zum Team gehören außerdem Souschef Dominik Oswald und die Köche Jannik Herrmann sowie Niko Frank. Und, ganz wichtig als Ruhepool, die Mutter des Küchenchefs. Denn wenn die Mama da ist, so heißt es im 'SoulFood', kocht der Michael entspannter."

So sieht das Restaurant von außen aus

"Schon im 14. Jahrhundert stand an dieser Stelle ein Gebäude, später dann wurde das Anwesen zur Brauerei, bevor es 1868 nach einem Brand wieder neu aufgebaut werden musste. Ab da wurde das Haus immer gastronomisch genutzt, bis auf 15 Jahre, wo im Unteren Markt 35, so die Adresse, eine Apotheke untergebracht war. Wir haben es also hier mit einer über 130-jährigen gastronomischen Tradition zu tun. So wie sich das Haus jetzt mit den großen Fenstern präsentiert, passt es sehr gut zu einem Spitzenrestaurant."

Und das ist das "SoulFood" von innen

"Da haben sich die beiden Wirtsleute als Innenarchitekten und Handwerker ausgezeichnet. Hier ist fast alles selbst gemacht und so ist im Laufe von ein paar Jahren ein sehr ansehnliches Restaurant mit Charme und durchaus einem gewissen Chic entstanden. Letzte Anschaffung waren die bequemen, schwarz bezogenen Sessel für die rund 35 Gäste, die hier Platz finden. Wohl dem auch, der einen Schreiner in der Familie hat. So hat der Cousin des Chefs die Theke gebaut."

So wird im "SoulFood" gekocht

"Der Name des Restaurants beschreibt es ja ganz gut: "SoulFood" - also essen für die Seele. Und das ist weit mehr als Nahrungsaufnahme. Es geht um's Geschmackserlebnis und natürlich auch um die Atmosphäre an diesem Platz. Über die Qualitäten eines Sternekochs, glaub ich, brauchen wir nicht sprechen. Sein Stil ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Ich würd' sagen, es sind Einflüsse aus der bayerischen, der französischen, der italienischen und vor allem der asiatischen Küche zu schmecken. Und eines ist für ihn auch klar: 'Qualität kommt vor Regionalität'. Nur beim Gemüse, bei Saiblingen und Forellen sowie beim Wild ist er ganz regionaler Koch. Hirsch und Reh bezieht er von seinem Zahnarzt und der hat eine Jagd im nahen Tegelsdorfer Forst."

Schneiders Vorspeise

"Ein Gericht, zu dem der Koch im Bali-Urlaub inspiriert wurde. Calamaretti, also kleine Tintenfische, und zwar gefüllt. Die Fülle besteht aus Shitake-Pilzen, Ingwer, Spitzkohl und Schalotten. Eine Soja-Kapern-Vinaigrette sowie die Knoblauchcreme vervollständigen den Teller. Der sieht nicht nur fantastisch aus, sondern schmeckt auch so."

Schneiders Hauptspeise

"Eine Bioentenleber, wohlgemerkt, keine Stopfleber. Die wird von beiden Seiten kurz angebraten und dann wird's "hint höher wie vorn". Denn dazu gibt's ein Apfelpüree mit brauner Butter, ein grünes Apfelpüree und ein Rote-Beete-Püree. Dazu rohe Apfelwürfel, geschmorte Apfelwürfel sowie goldgelb gebratene Zwiebeln. Außerdem eine Schalotten-Cassis-Jus und ein Apfelsorbet. Die Entenleber liegt auf einem angerösteten Brioche. Das Ganze ist ein Geschmacksfeuerwerk. Man schmeckt warm, kalt, eiskalt, man beißt auf Knuspriges, Hartes und Cremiges. Jede einzelne Komponente schmeckt ungeheuer intensiv, das grüne Apfelpüree mein ich jetzt noch auf der Zunge zu haben."

Preise

"Großes Kompliment, dass die Preise mit dem Stern nicht erhöht wurden. Insgesamt halte ich es für eine sehr faire Preisgestaltung à la Oberpfalz. Meine Calamaretti haben 15,50 EUR, die Bioentenleber 16,50 EUR gekostet. Die Vier-Gänge-Menüs sind für 46 bzw. 56 EUR zu haben."

Öffnungszeiten

12.00 Uhr bis 14.00 Uhr und 17.30 Uhr bis 22.00 Uhr
Montag und Dienstag Ruhetag.
Bis Silvester 2015/2016 ausgebucht. Nach dem anschließenden Betriebsurlaub sind Reservierungen wieder ab dem 29.01.2016 möglich.

Anreise
Von München etwa 200 km, von Nürnberg 70 km. Aus der Frankenmetropole kommen übrigens viele Stammgäste ins "SoulFood", genau wie aus Bayreuth, Bamberg und Regensburg.

Adresse
Restaurant "SoulFood"
Unterer Markt 35
91275 Auerbach i.d.OPf
Tel.: 09643/2052225
E-Mail: info@restaurant-soulfood.com
www.restaurant-soulfood.com

Freizeittipp

"Wir haben die weihnachtliche Stimmung in Auerbach auf uns wirken lassen, haben uns beim Christbaumverkauf umgeschaut  und sind dann in die Katholische Stadtpfarrkirche 'St. Johannes der Täufer' gegangen. Ab 1685 wurde der ursprünglich gotische Steinbau aus dem Jahr 1319 nach Plänen des bedeutenden Baumeisters Georg Dientzenhofer barockisiert. Zwischen 1700 und 1785 erhielt die Kirche dann ihre barocke Ausstattung. In St. Johannes steht übrigens auch der einzige Erzaltar Deutschlands. Über viele Jahrhunderte wurde nämlich bis 1987 in und um Auerbach Eisenerz abgebaut."


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