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Garten Winterquartiere für Tiere

Gartenexperte Andreas Modery gibt Tipps, was Sie im Garten oder auf dem Balkon machen können, damit Nützlinge durch den Winter kommen. Das Motto lautet hier: Weniger ist mehr! Denn wer weniger Laub, Kleinholz etc. aus seinem Garten wegräumt, schafft mehr Winterquartiere für Nützlinge.

Stand: 20.11.2019

Igel im Laub | Bild: BR/(Landesbund für Vogelschutz) LBV/Andreas Giessler

Biologisches Garteln

Das kann nur funktionieren, wenn das Zusammenspiel zwischen dem Gärtner und seinen Nützlingen stattfindet. Deshalb müssen wir für unsere "Mitarbeiter" günstige Lebensbedingungen schaffen - gerade jetzt vor dem Winter. Denn unsere Gäste brauchen Rückzugsorte, damit sie den Winterschlaf, die Winterstarre, in Ruhe und problemlos überstehen.

Gästeliste

  • Igel
  • Eidechsen
  • Kröten
  • Molche
  • Bienen & Co.
  • Fledermäuse
  • Vögel

Die Gästeplätze sind

  • Holzbeige (sauber aufgeschichtetes Holz, z. B. Kaminholz) muss man nicht verstecken, es ist sogar ein gestalterisches Element.
  • Kleine Steinmauer, besteht aus ein paar Steinen und kann mit einem Steinhaufen kombiniert werden. So finden die wechselwarmen Tiere (Eidechsen, Blindschleichen, Kröten & Co.) einen perfekten Platz zum Unterschlüpfen und einen sicheren Platz für die Kältestarre. Steigen die Temperaturen, finden sie schnell aus dem Unterschlupf heraus, um sich auf den sonnenbestrahlten Steinen aufzuwärmen.
  • Nistkasten ist vor allem als Bruthilfe für Vögel im Frühjahr im Einsatz. Doch warum sollte dieser Wohnraum das restliche Jahr leer stehen? Denn diese Kästen sind gerade im Winter ein idealer Schutzraum - für Vögel, kleine Säugetiere und Insekten. Dass sie auch im Winter wichtige Aufgaben erfüllen, ist weniger bekannt. Dabei bieten sie nicht nur Vögeln (z. B. Meisen, Kleiber), sondern auch kleinen Säugetieren (z. B. Eichhörnchen) und Insekten (Schmetterlinge) ein warmes Schlafzimmer. Übrigens: Die Gefahr der Übertragung von Parasiten durch alte Nester ist in der Regel geringer, als der Nutzen eines warmen Unterschlupfes für die Tiere. Deshalb: Wer für 2020 plant, neue Nistkästen auf Balkon, Terrasse oder im Garten aufzuhängen, sollte bitte nicht bis zum Frühlingsbeginn warten!    
  • Fledermauskästen, die z. B. am Gartenhäuschen einen guten Platz hätten, sind nicht notwendig, da eigentlich das Dach und Fassadengrün am Gartenhäuschen kleine Sparten und Nischen aufweisen. Zudem sind es auch ideale Plätzchen für Insekten.   
  • Laubhaufen - das ist sozusagen die "Burg" für den Igel, der während des Winterschlafs seinen Puls auf 21 Schläge pro Minute runterfahren kann und sich über das herbstliche Abfallprodukt der Laubbäume freut.
  • Reisig und Totholzhaufen
  • Kompost - ist das 4-Sterne-Hotel für Wintergäste, ein wunderbares Versteck und reichliches Nahrungsangebot.
  • eine Ecke mit hohem Gras
  • Finger weg vom Gartenteich! Unter der Eisdecke des Gartenteichs machen es sich etliche Amphibien gemütlich und wollen dort den Winter verschlafen. Das gilt auch für Libellen & Co. Sie warten unter und über dem Wasser an Pflanzenstängeln auf das nächste Frühjahr, je nach Libellenart in verschiedenen Entwicklungsstadien. Deshalb findet bitte keine Gartenteich-Putzaktion statt!  
  • Das Nahrungsangebot ist knapp! Die gefiederten Wintergäste (Vögel) freuen sich über die Samen von Sonnenblume, Wilde Karde und anderen Pflanzen. Insekten überwintern gerne in den Stängeln.

So helfen Sie Wildbienen durch den Winter

  • Stellen Sie ein Insektenhotel auf.
  • Lassen Sie offene Bodenstellen zu und schaffen Sie Sandflächen.
  • Lassen Sie Altholz, Pflanzenstängel und andere oberirdische Hohlräume im Garten.
  • Schneiden Sie Stauden und Gehölze erst im Mai zurück.
  • Mähen Sie Blumenwiesen erst im Juni.
  • Trockenmauer, Kräuterspirale oder Steinhaufen sind ebenfalls beliebte Winterquartiere.

So helfen Sie Faltern durch den Winter

Zitronenfalter, Großer und Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge etc. verbringen den Winter im Garten. Der gelbe Zitronenfalter ist besonders zäh - er schafft es ohne Hilfe, bis minus 20 Grad zu überleben, da er eine Art "Frostschutzmittel" in seinem Blut besitzt. So hängt er sich mit Vorliebe in den Efeu, in die Brombeere oder in den Ilex. Auch hohes Gras ist für ihn ein guter Überwinterungsplatz. Alle anderen überwinternden Falter brauchen ein frostsicheres Plätzchen, wie beispielsweise einen Dachstuhl, einen Geräteschuppen oder Keller.


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