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Wein Weinempfehlungen aus dem Supermarkt

Stehen Sie auch manchmal vor dem Weinregal im Supermarkt und haben vor lauter Etiketten gar keinen Durchblick mehr? Ein Verkäufer steht auch nicht immer zur Beratung parat. Weinexpertin und Sommelière Conny Ganß gibt Ihnen Tipps, wie Sie erkennen können, ob es sich um einen guten Tropfen handelt.

Stand: 04.09.2020 | Archiv

Weinregal im Supermarkt  | Bild: (c) dpa - Report

Um im Supermarktregal zu erkennen, ob es sich um einen guten Wein handelt, sollten Sie diese einfachen Tipps beachten:

  • 1. Tipp: Weniger ist mehr!

Grundsätzlich kommt es beim Wein nicht darauf an, ob er eine auffällige und künstlerische Glasflasche hat und beispielsweise aus trübem Milchglas gefertigt ist oder eine besonders aufwendige Relief-Flasche verwendet wurde. Das sind alles nur Mehrkosten, die am Ende natürlich der Kunde zahlt. Der sollte aber für den Inhalt zahlen und nicht für die Verpackung oder das Marketing.
Lassen Sie sich auch nicht von "Auszeichnungen" und "Medaillen" blenden! Ein Wein, der so viele Medaillen als Aufkleber auf der Flasche hat, dass man schon fast das Etikett nicht mehr lesen kann, ist noch lange nicht der Gewinner in Sachen Qualität und Geschmack. Als Endverbraucher kann man gar nicht richtig einordnen, wer hier eigentlich wen für was genau prämiert hat.

  • 2. Tipp: Wer (das Etikett) liest, ist klar im Vorteil!

Das Weinetikett sagt einem alles, was man wissen muss. Lange, romantische Weinbeschreibungen auf dem Rückenetikett sind zwar immer nett, aber wichtig sind die Fakten. Alle Angaben über die Herkunft des Weines (wer ihn gemacht hat etc.), müssen laut Gesetz auf dem Etikett stehen. Und das sind die wichtigen und einzigen Infos, die man braucht.
Achten Sie z. B. darauf, woher der Wein eigentlich kommt – aus einem Land, einer bestimmten Region, einem Ort oder vielleicht sogar nur aus einer einzelnen Weinberglage?

Faustregel:

Je genauer das Gebiet auf dem Etikett eingegrenzt wird, desto besser.

Conny Ganß' Weinempfehlungen aus dem Supermarkt:

Prosecco Frizzante DOC (EDEKA)

Anbaugebiet:              Veneto
Preis:                          ca. 6 Euro

Conny Ganß: "Die Familie Zonin betreibt nun in der siebten Generation Weinbau und zählt zu den bedeutendsten Weinbaubetrieben in Europa. Ihr Betrieb zählt zu den wenigen großen Namen, die bis heute in privater Hand geführt werden. Das Herz der Produktion war und ist bis heute die kleine Gemeinde Gambellara, mitten im Zentrum des weltberühmten Prosecco-Gebiets.
Das Wort Frizzante steht für einen Perlwein. Im Vergleich zum Spumante ist der Kohlensäuregehalt etwas geringer. Hierfür darf die Kohlensäure von außen zugeführt werden, die nicht aus dem Grundwein stammt. Ein weiterer Unterschied zwischen Spumante und Frizzante, sprich Schaumwein und Perlwein, liegt auch ganz klar im Preis, denn für den Frizzante fällt keine Sektsteuer an.
Die Familie Zonin zeigt seit Generationen, dass es durchaus möglich ist, einen großen Weinbaubetrieb mit rund 1800 Hektar zu führen, und trotzdem Qualität zu produzieren. Regelmäßig wird diese Stärke und dieser Anspruch bei den wichtigsten Weinwettbewerben auf der ganzen Welt mit Goldmedaillen und tollen Bewertungen ausgezeichnet.
Dieser lebendige und feinfruchtige Prosecco feiert das Leben und den Genuss! Ein ehrlicher Wein mit viel Geschichte und Klasse!"

2019    Riesling "Handverlesen", Van Volxem & Friends (LIDL)

Anbaugebiet:              Mosel
Preis:                          ca. 8 Euro

Conny Ganß: "Roman Niewodniczanski vom Weingut Van Volxem ist einer der bekanntesten Winzer der Weinbauregion Saar. Er steht für viel Leidenschaft, Einsatz und Liebe zu seiner Heimat. In der Vergangenheit hat er immer wieder Mut bewiesen und mit Energie sowie Innovation viel für die Weinbauregion Saar getan. Mittlerweile ist nicht nur er, sondern auch die gesamte Region weltweit bekannt und steht für feinste, eleganteste Rieslinge aus extremen Steillagen, die unverkennbar schön sind.
Der nächste mutige Schritt war, den hohen Anspruch an die Qualität seiner Weine für die breite Maße in Deutschland zugänglich zu machen. Nach jahrelangen Vorbereitung mit seinen befreundeten Winzerkollegen, den 'Friends', feiert der 2019er Riesling 'Handverlesen' sein Debut.
Ein gelungenes Debut, wie ich finde. Frische Frucht in der Nase und eine gute Balance aus typischer Würzigkeit, geprägt durch die steilen Schieferlagen, und zarter Frucht nach weißem Pfirsich und grünem Apfel. Ein trinkfreudiger Riesling, gemacht mit sehr viel Erfahrung und Anspruch. Dieser Wein passt ideal zum Kräutersalat mit gerösteten Pfifferlingen oder gerne auch zu Sushi."

2018 Primitivo "Miluna" Salento, Cantine San Marzano (REWE)

Anbaugebiet:              Apulien
Preis:                          7 Euro

Conny Ganß: "Dunkle Beeren, Zwetschgen und Schattenmorellen, satte dunkel-violette Farbe im Glas, am Gaumen samtig und elegant mit weichen Tanninen – rundum ein typischer Primitivo aus dem schönen Apulien, der auch noch in zwei oder drei Jahren Freude bereiten kann.
Die Rebsorte Primitivo gehört für den Kellermeister und Önologen Davide Ragusa, der für den 'Miluna' verantwortlich ist, zur Kultur Apuliens. Die Rebsorte wird in dieser Region schon seit mehreren Jahrhunderten angebaut. Vor allem in den letzten Jahren haben die Weine aus Apulien mit der Rebsorte Primitivo eine sehr große Beliebtheit erreicht. Und das zurecht, wie ich finde.
Die stolze apulische Rebsorte verdankt ihren Namen durch ihre Eigenschaft, dass sie als erste Weinsorte im Jahr reif wird. Durch die tolle Harmonie aus dunkler Frucht und dem seidigen Tannin am Gaumen ist er ein Charmeur als Essensbegleiter. Er passt auch perfekt zu einer schönen Käseauswahl mit viel Hartkäse wie Pecorino oder Grana."

Viel Erfolg beim Weinkauf wünschen Conny Ganß und "Wir in Bayern"!


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